MAK

Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 3, 4 und 5)

154 
den Blättern zu finden sind, ihren Zusammenhang mit Andrea. Es gelingt 
uns sogar zu erkennen, daß Brustolon an ihn adressierte Briefumschläge 
oder bereits beschriebene Notizzettel, so wie sie ihm eben zufällig unter die 
Hände gerieten, dazu benutzte, um die noch unausgefüllten Flächen (oft auf 
beiden Seiten) mit Zeichnungen und Konzepten zu bedecken." Die einzelnen 
Zeichnungen sind in nicht gerade sehr sorgfältiger Weise auf die Seiten des 
Klebebandes geheftet; die öfters vorkommende Gleichmäßigkeit des For- 
mates, die beiderseitige Verwendung des Zeichnungsbogens, endlich das 
Vorkommen des gleichen Papiers führen zu dem Schlusse, daß mehrere 
Entwürfe einem einst zusammenhängenden Slcizzenbuche entstammen. 
Übrigens enthält der Klebeband auch Studien, die mit wenig Wahrschein- 
lichkeit dem Meister zugehören. 
b Eine zusammenfassende Würdigung des Meisters steht noch aus. 
Neben der Lokalliteratur" finden sich nur in Sammelwerken (vorzüglich in 
der ausgezeichneten Publikation „Arte italiana decorativa ed industriale") 
einige verstreute Abbildungen und kurze Angaben über das Leben und 
Wirken Andreas. Und da Brustolons berühmte Wandverkleidungen der 
Cappella del Rosario in San Giovanni 
e Paolo gelegentlich der Feuers- 
brunst vorn jahre 1867 zugrunde 
gingen und wenige Forscher die er- 
haltenen Werke in Belluno und den 
benachbarten Ortschaften des Agordo- 
und Cadoretales besichtigten, so be- 
schränkt sich die Vorstellung der 
Allgemeinheit über das Schaffen des 
' Fol. 5 verso: ,.al molto . . Colmß e Ossmv 
Sig. i! Sig. Andrea Brustoloni Belluno." Auf einem 
anderen Blatt (Fol. 13): „Sing. Antonio Gioviatli 
Belluno" und die (ausgestrichene) Adresse des Pro- 
kuratoren Venier. Der Name des Antonio Gioviaui ist 
auch auf dem Tabemakelentwurf (Fol. 2) mit dem 
Pinsel mit der gleichen Farbe, mit der die Zeichnung 
laviert ist, geschrieben. 
" Literatur: Übersichtliche Angaben in Pao- 
lenis Artikel des „Allgemeinen Künstlerlexikons" 
(Band V, Seite 151). Die Lokalliteratur und die älteren 
Arbeiten Agostinis und Persicinis waren dem Autor 
bedauerlicherweise nicht zugänglich. Er ist sich be- 
wußt, dzß daher vermutlich manche Vorteile, die die 
Zeichnungen bieten, nicht ausgenützt werden konnten. 
- Ferner: Buzzati, „Bibliografia Bellunese", Venezia 
1890; Tipaldo, „Biografia degli Italiani illustri". 
Venezia 1827, VII, 490; Miari, „Dizionario storico- 
artistico-letterario Bellunese", 1543, Seite 49; E. Lei- 
SChi-Tlg- "Mitteilungen des Österreichischen Museums 
für Kunst und Industrie", Wien 1888, Seite 9 97.; R. 
Bratti. „Emporium", 1908 (XXVIII), Seite 17 8'. (mit 
guten Abbildungen); „Arte ltaliana decorativa ed in- 
dustriale", II, Seite 1a, III, Tav. 66, IV, Seite 63, XX, 
Abb. z. A. Brustolon, Entwürfe für Tische Seite 44; „Gjulig Fgffari. i] Legm, Man-m" (509915), 

	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.