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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 11 und 12)

MITTEILUNGEN AUS DEM ÖSTERREICHI- 
SCHEN MUSEUM bso- 7 . . k 
ROFFNUNG DER AUSSTELLUNG OSTERREICHISCHER KUNST- 
GEVVERBE. Am g. Dezember wurde im Österreichischen Museum durch den 
Staatssekretär Ingenieur johann Zerdik in Gegenwart eines zahlreichen Publikums eine 
Ausstellung österreichischer Kunstgewerbe und die Sonderausstellung R. Teschners 
eröffnet. Es hatten sich unter anderen eingefunden: die Seküonschefs Haas, Förster- 
Streffleur, Klimburg und Dr. Adolf Müller, die Ministerialräte Bergmann, Roller und 
Rücker, Sektionsrat Schlosser, in Vertretung der deutschen Botschaft Prinz Erbach, 
ferner der türkische Botschafter a. D. Assoud Bey, der a. o. Gesandte und bevollmächtigte 
Minister a. D. Dr. Kuczynski, das Präsidium des Österreichischen Werkbundes Bachofen, 
Pazzani und Rath, der Direktor des Gewerbeförderungsamtes Hofrat Vetter, von der 
Handelskammer Dr. Pistor und Dr. Ertl, der Präsident des Kunstgewerbevereines 
Krampolek, die Künstler Hofrat Koller, Hoffmann, Barwig, Harlfmger, Meßner, Powolny, 
Müller-Hofmann, Larisch, Prutscher, Puchinger, Ranzoni, Stef. Schwartz, Baurat Seidl 
und Witzmann, welch letzterer die Installation der Ausstellung besorgt hat, Frau Professor 
Stark und Frau Professor Rothansl, Professor Pauker vom Stift Klosterneuburg. 
Staatssekretär Zerdik, der seitens des Österreichischen Museums durch Direktor 
Hofrat Dr. Leisching, die Vizedirektoren Regierungsräte Dr. Trenkwald und Ritter, Kustos 
Dr. Schestag und Kustosadjunkten Dr. Ankwicz sowie vom Direktor und Professoren- 
kollegium der Kunstgewerbeschule empfangen wurde, eröffnete die Ausstellung mit 
folgender Ansprache: ' 
„Als ein Lichtbild in düsterer Zeit darf ich wohl das Zustandekommen der ersten 
Friedensausstellung des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie bezeichnen, 
welche in einem durch die Not des Tages beschränkten Ausmaße in schlichter, aber 
würdiger Aufmachung einen ebenso mannigfaltigen als lehrreichen Einblick in die un- 
gebrochene Leistungsfähigkeit der österreichischen gewerblichen Werkkunst bietet. Da es 
mir anläßlich ihrer Eröffnung heute zum ersten Male gegönnt ist, an dieser Stelle zu einem 
Kreise fachkundiger Zuhörer zu sprechen, möchte ich zunächst sagen, wie sehr es mich 
mit stolzer Befriedigung, aber auch mit dem Gefühle höchster Verantwortlichkeit erfüllt, 
daB die vornehme Staatsanstalt, in der wir uns befinden, und die ihr organisch an- 
gegliederte Kunstgewerbeschule dem meiner Leitung anvertrauten Staatsamte zugehören. 
Das Österreichische Museum ist seinerzeit zwar als eine Bildungsstätte für weiteste 
Kreise, jedoch mit der besonderen Zweckbestimmung geschaffen worden, ,die Leistungs- 
fähigkeit der Kunstgewerbe zu heben, den Geschmack der Kunstgewerbetreibenden zu 
wecken und zu veredeln und so die kunstgewerbliche Tätigkeit zu fördemü Es soll also, 
unbeschadet seiner wissenschaftlichen Aufgaben, vor allem eine Gewerbeförderungsanstalt, 
es soll der geistige Mittelpunkt unserer gesamten kunstgewerblichen Erkenntnis und Pro- 
duktion, es soll die mit dem pulsierenden Leben in steter Fühlung stehende, nach allen 
Seiten hin befruchtende vornehmste Heimstätte unseres technisch und geschmacklich so 
hochstehenden Kunstgewerbes sein. Es erübrigt sich, darzutun, in wie richtunggebender 
und erfolgreicher Weise das Museum seit nun 55 Jahren unter den verschiedensten Ver- 
hältnissen und auf vielerlei Wegen bemüht war, diesen Aufgabenkreis zu erfüllen. Wohl 
aber liegt mir daran, festzustellen, daß das Österreichische Museum auch während der mit 
so vielen sachlichen und personalen Behinderungen verbundenen Kriegszeit seinen Betrieb 
nicht nur bis an die äußersten Grenzen der Möglichkeit aufrechterhalten, sondern in einzelnen 
Belangen geradezu eine erhöhte Tätigkeit entfaltet hat. Ebenso sind dem Museum in der 
nun einsetzenden Zeit des Wiederaufbaues und bei Durchführung einer schon eingeleiteten 
großzügigen Aktion zur Hebung des Kunstgewerbes die allerwichtigsten Aufgaben erwach- 
sen, deren Lösung erfreulich foxtschreitet. Unter gleich schwierigen, ja vielfach noch
	        

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