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Full text: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 4, 5 und 6)

links-Schauen galt ihm eher als Zeichen, daß einer mit Scheuklappen 
einherging. 
Ein anderes Werk, mit dem ihn in dieser Zeit der Architekt Geo. B. Post 
für sein Gebäude der großen Zeitung „The World" betraute, eine 18 Fuß 
hohe Figur der Freiheit mit der Lichtfackel in der erhobenen Rechten (das 
Thema der Liberty-Statue im Eingang zum Hafen von New-York), leuchtet 
wohl nicht als Kunstoffenbarung über die Welt, aber deutlich in die Seele 
des Zweiundzwanzigjährigen: da ist alles Begeisterung, Spannung, Schwung 
und ehrlicher Wille, gleichsam ein öffentlich gegebenes, feierliches Ver- 
sprechen, wie er es mit seiner neuen Heimat halten wolle. 
In aller Mund brachte ihn aber erst eine Konkurrenz für die Bronze- 
türen der Trinity Church in New-York, aus welcher er als Preisträger hervor- 
ging. Wer nur einen Tag in New-York war und in das rege Getriebe der 
unteren Stadt gekommen ist, dem muß inmitten der himmelangetürmten 
Bauten dort ein alter verlorener Kirchhof und ein altes Kirchlein aufgefallen 
sein und immer unvergeßlich bleiben, das wie ein Spielzeug und so fremd 
in dieser Umgebung er- 
scheint. Dies ist Trinity 
Church und Churchyard mit 
ihren Erinnerungen an die 
Vorväter der Kolonialzeit. 
Die New-Yorker lieben die- 
se Kirche besonders, zahl- 
reiche Stiftungen haben sie 
zu einer der reichsten der 
Welt gemacht. Ein John 
Jakob Astor, aus dem alten 
und reichen New-Yorker 
Geschlechte, hatte nun bei 
seinem Tode ein Vermächt- 
nis hinterlassen, dazu be- 
stimmt, die berühmte Kir- 
che mit drei Bronzetüren zu 
schmücken, und ein für 
jedermann offener Wett- 
bewerb sollte entscheiden, 
welcher Künstler mit der 
Ausführung zu betrauen sei. 
Von vornherein, schon bei 
der Abfassung des Pro- 
grammes, wirkte die Er- 
innerung an die berühmten 
Bronzetüren des Baptiste- 
riums  FIOYCDZ  als Louisiana Purchase Monument, St. Louis (xgog)
	        
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