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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 7, 8, 9 und 10)

scheint ausgeschlossen bei Hoffmann. In der 
Verwendung des Materials macht sich der klassi- 
sche Zug geltend, es in seiner einfachsten An- 
wendung zu nutzen, mit Vermeidung komplizie- 
render Zutaten. Das zarte Flimmern über die 
I-Iammerspuren am Metall ist das einzig erlaubte 
EHektspiel. Bei allen gefäßhaften Gegenständen 
decken sich Raumbildung und Formgebung 
restlos zum gebraucheinladenden Ausdruck des 
Zweckes. Erst am Schmuck wird der Erfindung 
das F ormenspiel freier gegeben. Aber auch hier 
ist ihre Erscheinung noch immer durch Funktio- 
nen gerechtfertigt, die Goldfassung „umfängt" 
wirklich. Eine Goldranke über einer Emaililäche 
deckt und enthüllt gleichzeitig zur Reizweckung 
aus den so pointierten Kontrasten von Farbe und 
Reflex verschiedener Substanzen. In wechseln- 
der Folge reihen sich die 60 Glieder des großen 
Goldkolliers mit Elfenbein. Je ein Glied Gold, 
Gold und Elfenbein, und ein geschnitztes Elfen- 
beinmedaillon, mitEmblemen und Symbolen nach 
dem Sinne des Bestellers. Ganz nach Meisterart 
der Zeiten, in denen Schmuckeinschaffung noch 
ein Akt der Manifestation persönlicher Machtfülle 
war, nicht bloß eine rein materialistische Valuta- 
frage mit der Nebenabsicht, der Steuerbehörde Kunslschau 1920. Keramik von Vally 
ein Schnippchen zu schlagen. Dazu genügt frei- Z0" d" 
lich die fabrikationsmäßige Verquickung von Gold 
und Edelsteinen. Als heimische Neuerrungenschaft ist das Wiederaufleben 
der Emailtechnik, wenigstens des handlichen Maleremails, erfreulich. Aus der 
ziemlich reichen Beschickung seien die Arbeiten des Architekten C. Foltin, 
der Marie Otten-Friedmann und Leopold Krakauers herausgehoben. I-Iier liegt 
der Akzent in der magischen Wirkung der Farbe. Seine Silberkassette ist der 
Bevorzugung des Bildes entsprechend gestaltet. Auch Marie Otten-Friedmann 
ist auf dem Wege, der Technik adäquaten Stil zu vereinen. 
Daß das Buch in der Versammlung der Künste nicht fehlt, ist heute 
selbstverständlich. Und im besonderen auch das gebundene Buch. Außer 
julius Zimpel mit einem ledergetriebenen Einband, Hilde Jesser und anderen 
mit Lederpressungen, stammen von Ernst Huber eine größere Anzahl von 
Bucheinbänden, in deren Dekor, zum Teil mit guter Wirkung, neue Wege 
eingeschlagen werden. Nicht immer ist die Rücksicht auf ornamentale 
Gestaltung der Fläche nach den Erfordernissen augenerfaßlicher Klärung 
der Proportionen betont. Sie findet im vollen Umfang Erfüllung in den Ein- 
bänden Professor Josef Hoffmanns. In schön zusammengefaßter Blockform 

	        

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