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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 7, 8, 9 und 10)

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Hoffmann. Er teilt sich in die Leitung mit Architekten Dagobert Peche. Der 
Bewahrer des strengen Sach- und Forrngedankens neben dem erfinderisch 
aus seiner Phantasie Schöpfenden. Aus so gestalteter Organisation erklärt 
sich die fördernde Entfaltung der reichen Persönlichkeitswerte im Wiener 
Kunstgewerbe. Schon entstehen neue Organisationen nach ähnlichen Grund- 
sätzen. Und während die Volksklassen im unfruchtbaren politischen Macht- 
streit sich lähmen, sammeln sich hier alle positiven Kräfte zum unermüdlichen 
Wirken am kulturellen Aufbau. Es werden ihrer stets mehr. Denn, die wir 
hier als Schaffende kennen lernten und auch noch Ungenannte sind gleich- 
zeitig Lehrer. Als Lehrer Erwecker, Erwecker der Jugend. Wer die Aus- 
stellungen der Schülerarbeiten der Kunstgewerbeschule besucht hat, trug von 
den Zeugnissen eines ernsten, aber begeistert ringenden Lernens im Voll- 
bringen tiefen Eindruck mit sich fort. 
Doch einer Erscheinung darunter 
kommt klärende Bedeutung noch 
weit über die Grenzen unserer 
Heimat zu. Es ist das erstjährige 
Ergebnis der Schule ProfessorFranz 
Cizek in „Erneuerung der geisti- 
gen Grundlagen des rhythmischen 
Schaffens". Zuerst der Belebung 
des Gefühles durch expressionisti- 
sche Übungen. Über den Ausdruck 
unbestimmterGefühle durch Selbst- 
besinnung zu Ordnung und Aus- 
druck bestimmter Gefühle und end- 
lich der Sinnesempfindungen. Dann 
die Belebung des Denkens durch 
kubistische Übungen an Mal und 
Raum. Endlich die Belebung des 
Schauens durch kinetische Übun- 
gen (Futurismus). Nicht nur die 
Empfangenden, auch die Schaffen- 
den stehen ratlos vor der unge- 
heuerlichen Umwälzung in den 
Künsten, die sich vollzieht. Einan- 
der sich kraß widersprechendeLeh- 
ren schwirren auf. Dogmen werden 
gesetzt. In leidenschaftlichem Ver- 
neinen und Höhnen wird weggeätzt, 
was eben noch Errungenschaft war. 
Die Unmöglichkeit der Kontrolle 
aus Sinneserfahrung gegenüber 
Kunstschau 19:0. „Der Frühling", lebensgroße Keramik 
_ n _ von Professor Raben Obsieger, ausgeführt von der Wiener- 
von sinnfalligen Darstellungen bloß berger Tonwarenfabrik
	        

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