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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 7, 8, 9 und 10)

Auf dem Rande lesen wir in auseinandergezogenen Buchstaben die 
JahreszahlM-C-C-C-C-C-L-I- (1551). 
Sehr geschickt ist die Rückseite der Medaille komponiert. Ein schmaler, 
von zwei erhabenen Linienkreisen eingefaßter Inschriftfries am Bande lautet: 
EGO ENIM - ACCEPI - A - DOMINO - QVOD - ET - TRADIDI - 
VOBIS - QVOD - DOMINVS - II-IE - SVS. Die Trennungszeichen werden 
durch kleine zierliche Blättchen an Stielchen gebildet. Das große Mittel- 
stück zeigt auf geblumtem Grunde einen an einer Stange hängenden gerafften 
Vorhang, den oben zwei geflügelte nackte Putten halten, während unten 
zwei gleichfalls nackte und geflügelte Putten in Schwebestellung mit den 
Leidenswerkzeichen den Vorhang flankieren. Die dem Vulgatatext (I. Cor. n) 
entnommene lateinische Inschrift heißt: 
IN - EA - NOCTEE - QVA -TRAD- 
TTVS - EST- ACCEPITß PANEM - 
ET- POST- QVAM - GRACIAS - 
EGISSET- EREGIT- AC - DI- 
XIT- ACCIPIT (sic) - EDITE - HOC 
EST- CORPUS - QVOD - PRO - NO- 
BIS - FRANGITUR 
AD - EVNDEM - MODVM - ET- 
POCVLVM - PERACTA - ENA ß (sie) 
DICENS - HOC - POCVLVM - 
NOVVM -TESTAMENTUM - 
EST- IN - MEO - SANGVINE - 
HOC 4 FACITE - QVOCI 
ESCVMQ 
I - CORINTI-I - 
XI - 
Eine zweite signierte Medaille unseres Meisters, die in einer Original- 
silberprägung erhalten ist, kam aus der Sammlung Erbstein (Auktions- 
katalog I, 472) in das Germanische Nationalmuseum zu Nürnberg (Abb. 3a 
und b). Auf der Vorderseite erblicken wir im Mittelrund den Kopf eines Kindes, 
daneben einen Totenkopf und darunter das Monogramm. Ein in das Rund 
gebogener dürrer Ast mit Zweigansätzen trennt das Mittelstück von dem 
Rande, der folgende um denselben ziehende und im Mittelfelde weiter- 
geführte Inschrift trägt: VON - ERDEN - BIN - ICH - GEMACHT - VND - 
DIE - WVRMER - WERDEN - MEIN - FLEISCH - ESSEN - 
Im runden Mittelfeld der Rückseite steht auf bewachsenem Grund ein 
nackter Putto in Profilstellung, der die Arme auf dem vor ihm lagernden 
I-Iimmelsglobus aufgestützt hat, auf welchem ein Stundenglas steht; nachdenk- 
lich betrachtet der Knabe dasselbe. Die Umschrift innerhalb zweier erhabenen 
Linienkreise lautet in zwei Zeilen, auch hier in das Mittelfeld übergreifend: 
NISCHT - IST - GEWISER - DEN - DER - DODT - NISCHT - IST - VN- 
GEWISSER - DEN - DIE - STVNDT - 
Solche Darstellungen aus dem Kreise der Todesallegorien waren gerade 
in der Renaissancezeit sehr beliebt und häufig. Ein schlafendes Kind mit
	        

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