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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 11 und 12)

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Wert eines Farbtones hat, zusammen. Wie an der einzelnen Figur so ist die 
Wirkung im ganzen. Die Gesamterscheinung ist eine Farbenbuntheit von 
unerhörtem Reichtum. Silber- und Goldllitter mannigfaltiger Art, Schnüre, 
Perlen, Blättchen, farbige Steine (Abb. 3) sowie der Schimmer der Stoffe 
erzielen einen strahlenden Glanz, der wieder die Farbtöne bricht und die 
Buntheit erhöht. Trotz Bewegimgslosigkeit der einzelnen Figur ist der Ein- 
druck unendlich lebendig, bewegt, erzielt durch das Mittel von Licht und 
Farbe, die immerfort wechseln. Das Wesen des Volkstümlichen ist dieser 
Krippenart in noch höherem Maße eigen als den geschnitzten Figuren. 
Ihrem Wesen entsprechend ist die Wirkung der bekleideten Figuren umso 
stärker, je mehr alle Gestalten zu einer künstlerischen Einheit zusammen- 
geschlossen sind. Diese Einheit ist in den Kastenkrippen am besten erreicht, 
wenn die Figuren in Glasschränke, in die Landschaft gleichsam eingebaut 
sind. Die Krippe (Abb. 7) gibt einen Begriff davon. Krippen solcher Art 
haben zweierlei Urheber. Die Wachsköpfe wurden gekauft und dann von 
anderer Hand bekleidet. Zwei von den ausgestellten großen Kleiderkrippen 
stammen aus Salzburger Nonnenklöstem. Gerade diese Art war in Salzburg 
viel mehr Brauch als die mit geschnitzten Figuren, im Gegensatz zu Tirol, 
der Heimat der Holzkrippen. 
Zeitlich gehören die Salzburger Kleiderkrippen dem Ende des XVIII. 
und dem Anfang des XlXJahrhunderts an. Die künstlerische Entwicklung ist 
hier schärfer unterschieden als bei den Holzfiguren, da die dekorativen 
Bestandteile der Kunstwandlung leichter zugänglich sind. Die Änderung 
erstreckt sich auf die Farben und auf Vereinfachung der Gewänder. Der 
Reichtum an Gold und Silber verschwindet, die Gewänder richten sich nach 
,um 1800 
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