MAK

Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 11 und 12)

 
Ausstellung „Einfacher Hausrat". 
Staatliche Industriewerke, Wohn- und Speisezimmer, Eiche, entworfen vom 
Architekten Ernst Pallrne-König 
schaltung techni- 
scher Funktionen 
getrennt wurde. 
Zum neuerlichen 
Mittler ist der Ar- 
chitekt berufen, 
wenn er Künstler 
ist. Als Künstler 
schöpft er aus 
seiner Vorstel- 
lungskraft, die ihn 
das einzelne als 
Teil des Ganzen 
sehen läßt, daß 
er vermag, das 
einzelne zur Über- 
einstimmung im 
Ganzen zu for- 
men und anzuord- 
nen. Als Architekt verfügt er über das in seiner Wissenschaft komprimierte 
Erfahrungsgut aller Völker und Moden im Bauen und Wohnen. Somit 
umschließt die Ausstellung „Einfacher Hausrat" auch die Aufklärungen des 
Künstlers über Form und Ordnung, daß der Hausrat nicht nur dem Kalkül 
und Zweck entspreche, sondern auch den Bedürfnissen des Gemütes, das in 
Haus und Heim seine Welt Fin- 
den soll. In Heim und Haus? Seit 
zwei, drei Generationen wurden 
die einzelnen, die Familien in 
stets wachsender Zahl der Mög- 
lichkeit beraubt, im eigenen 
Hause zu leben. Dafür wurden 
sie zu Hunderten, ja zu Tausen- 
den in Häuser gepfercht, die nur 
der Funktion nach als solche 
bezeichnet wurden, aber gewiß 
nicht nach ihrer Wesenheit. 
Eine fast beispiellose Ge- 
schmacksentartungkennzeichnet 
das letzte Halbjahrhundert. Die 
kapitalistische Industrialisierung 
der Produktion hat die im Le- 
bensunterhalt von ihr abhängigen 
Menschen entwurzelt. Sie hielt 
die Dienstleistenden stets an 
 
l 
Ausstellung "Einfacher Hausrat". Wiener Weichmöbelfabrik 
johann Stzf. Junggesellenzimrner, Fichte, dunkelbraun geheizt, 
entworfen vom Architekten Karl Bräuer
	        

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