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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 11 und 12)

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diese Arbeiten Vertiefenden fällt die Frucht eines umsichtigen, wirklichkeits- 
treuen Denkens aus der knapp geprägten anschaulichen Formulierung der 
gewonnenen Erkenntnisse zu. Pläne, Risse und Projektionen führen vor 
Augen, was dort schon Wirklichkeit geworden ist. Die Waldsiedlungen 
Lichtenberg, Herningsdorf, Forst, Neusalz und die deutsche Werftsiedlung 
Finkenwerder bringen Beispiel und Lösung der zahlreichen Problem- 
stellungen, die das Siedlungswesen zutage fördert. Daß auch die öster- 
reichischen Künstler die wirksamsten Anregungen aus dem Schaffen Behrens' 
empfangen haben, bezeugen die Pläne des Architekten Ernst Pallme-König 
für die Kleinhaussiedlung am Rosenhügel bei Wien. 
Niemand, der diese Ausstellung einfachen Hausrates besucht hat, kann 
mehr zweifeln, daß die Werktätigen Kräfte hier ebenso wie überall sonst 
mit unermüdlichem Fleiß und prunklosem Ernst an der Arbeit sind, die 
Schäden, denen die Gemeinschaft zu erliegen droht, allmählich zu beheben 
durch unverzagte Tätigkeit. 
ZWEI BEITRAGE ZUR GESCHICHTE 
DER WIENER GOLDSCHMIEDEKUNST 
IM XVI. JAHRHUNDERT Sß VON EDMUND 
WILHELM BRAUN-TROPPAU 5b 
1. EIN KRISTALLPOKAL IN SILBERFASSUNG. 
NTER den Schätzen des fürstlich Hohenzollern- 
schen Museums zu Sigmaringen beFmdet sich ein 
reizvoller Deckelpokal aus Bergkristall in ver- 
goldeter Silberfassung, der im Katalog von F. A. 
Lehner": beschrieben und bei Hefner" abgebildet 
ist, aber es wurde bisher nicht beachtet, daß dieses 
Meisterwerk deutscher Goldschmiedekunst eine 
Wiener Arbeit ist. Die Abbildung bei Hefner ist 
nicht sehr genau, es ist deshalb das Stück hier 
nach einer zuverlässigen modernen Photographie 
mitgeteilt, die ich der Liebenswürdigkeit des Herrn Geheimrates Gröbbels, 
des Vorstandes der Sigmaringer Sammlung, verdanke. Der Pokal, der aus 
dem Besitz des letzten Abtes vom Kloster Eberbach am Rhein stammt, 
besteht aus fünf Bergkristallteilen, dem Knauf des Deckels in Form einer 
flachgedrückten Kugel, und dessen Platte, dann der eiförmigen Cupa, dem 
Nodus und der gewölbten runden Platte des Fußes. Sämtliche Teile des 
Pokals sind in vergoldetem Silber montiert, das in sorgfältigster Weise 
"' „Verzeichnis der in dem Kleinodienschrank befindlichen Gegenstände", Sigmaringen 1871, Nr. 6x, 
Seit: 13. 
" Hefner-Alteneck, „Kunslkammer des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen", München 
1865, Pl. 3. 

	        

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