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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 11 und 12)

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der deutschen Frührenaissance, dann Lehrs, Albert Brinckmann, Deri, Geisberg, Pauli, 
Waldmann und andere. Verschiedene Abbildungswerke machten uns mit dem großen 
Formenreichtum des Ornamentstichs wenigstens zu einem ansehnlichen Teile bekannt, 
unter diesen als die wichtigsten die Publikationen von Reynard, Baldus, Destailleur, 
Pequegnot, Georg I-Iirth und J. E. Wessely. Eine besondere und hervorragende Stelle in 
der Reihe dieser Veröffentlichungen nimmt das von D. Guilmard in Paris 1880 heraus- 
gegebene sehr verdienstvolle Werk „Les Maitres ornemanistes" ein, das alles einschlägige 
Material der deutschen, französischen, italienischen und niederländischen Stecher aus dem 
XV. bis XVIII. Jahrhundert in den öiientlichen und privaten Kupferstichsammlungen von 
Paris und Brüssel zum erstenmal (illustriert durch x80 Tafeln) bibliographisch zusammen- 
faßte. 
Unter Berücksichtigung aller dieser Arbeiten und gestützt auf die reiche Sammlung 
des Berliner Kunstgewerbemuseums bietet nun Peter Jessen in seinem vorliegenden 
Buche, der Frucht vieljähriger eindringlicher Studien, den Sachkennem und Freunden 
des Kunsthandwerks eine fesselnde Darstellung der Geschichte der uns in Ornament- 
stichen erhaltenen kunstgewerblichen Vorlagen seit dem Mittelalter bis in den Anfang 
des XIX. Jahrhunderts. Als Verfasser des in der Fachliteratur voll gewürdigten Kataloges 
der Berliner Ornamentstichsarnmlung ist er mit dem Gegenstande vertraut wie wenige 
und es muß darum mit Freude begrüßt werden, daß es diesem ausgezeichneten Fach- 
rnanne gegönnt war, dieses sein Lebenswerk in so außerordentlich gelungener Weise zu 
vollenden. Aus dem fast unübersehbaren Stoffgebiete ist in jedem der zwanzig Abschnitte 
des prächtigen Buches mit sicherer Hand stets das Wesentliche herausgegriffen und in 
prägnanter Kürze dargestellt. Natürlich konnte und wollte jessen in seinem Werke keines- 
wegs den Gegenstand nach allen Seiten hin erschöpfen und er verweist mit Recht auf die 
bibliographische Ergänzung und Erweiterung seiner Arbeit durch eine in Vorbereitung 
befindliche Neuausgabe des Kataloges der Berliner Omamentstichsammlung. Daß zu 
dieser Ergänzung und Erweiterung auch die bereits erwähnten Kataloge der Ornament- 
stichsammlung des Osterreichischen Museums ein Erhebliches beitragen, ergibt sich von 
selbst aus den reichen und vielseitigen Beständen dieser Sammlung. Auf einiges sei hier 
für eine eventuelle Neuauflage des schönen Buches hingewiesen. Die Ornamentstich- 
sammlung des Österreichischen Museums besitzt die Titelblätter zweier Folgen von 
Schweifornamenten und Behängen des Hertzich van Bein aus den Jahren 158g und 1592, 
beide mit dem deutlich lesbaren vollen Namen des Meisters bezeichnet, so daß also die 
Korrektur der bisherigen vollkommen richügen Lesart dieses Namens in Van Brin durch 
jessen auf Seite 100 seines Buches (auf Grund einer irrigen Angabe bei Thieme-Beckex, 
III, 209) hinfällig erscheint. Eines dieser schon im Katalog von i871, Seite 46, aufgeführten 
Titelblätter ist übrigens in der Festschrift zum fünfzigjährigen jubiläum des Öster- 
reichischen Museums 1914, Seite 205, abgebildet. In dem Abschnitt Deutsches Roll- und 
Schweifwerk wäre auf Seite 126 auch eine aus acht Blättern bestehende, auf dem Titel- 
blatte vollbezeichnete Ornamentfolge des Michael Gruntler von Steier aus dern jahre 1592 
anzuführen, dessen Name bei Jessen gar nicht erscheint und von welcher der Unter- 
zeichnete zwei Blätter, darunter das Titelblatt, in seinem Ornamentstichkatalog von 1889 
auf Seite 44 und 45 und ein drittes in der Museumsfestschrift von 1gx4, Seite 201, 
abgebildet hat. Weiters wären bei diesem Abschnitte noch zu erwähnen die Ornament- 
folgen des Daniel Hailler von 1604, des Mathias Beitler von 1612, des jonas Bentzen von 
159a und 1615 und des Valentin Sezenius von 1619 bis 1620, zum Teil abgebildet in der 
Museumsfestschrift von 19:4, Seite 207, beziehungsweise 205 und 209. 
Die auf den Hoftischler Rudolfs II., Georg I-Ias, bezügliche Stelle bei]essen, Seite 130, 
wäre vielleicht nicht ohne Interesse für die Leser des Buches dahin zu ergänzen, daß die 
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