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Volltext: Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 1, 2, 3 und 4)

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Die Wandteppiche im Vatikan zeigen Hochbordüren, welche zum Teil Nach- 
bildungen der Ornamentfresken in den vatikanischen Loggien sind, zum Teil 
Neuschöpfungen mit allegorischen und mythologischen, in Nischen über- 
einander angeordneten Figuren. Als untere Querstreifen (Sockelbilder) dienen 
vieliigurige Szenen 
aus dem Leben des 
heiligen Paulus und 
solche aus dem Le- 
ben des Kardinals 
Giovanni de Medici. 
Mehr aber noch in- 
teressiert uns in Hin- 
blick auf die Ausstel- 
lung jene Ausführung 
der Apostelteppiche 
nach den Original- 
kartonen, welche sich 
heute im königlichen 
Schloß zu Madrid 
befindet und aus der 
Zeit um 1 520 stammt. 
Ihre Seitenbordüren 
gleichen zum Teile 
den vatikanischen, 
ihre Querbordüren 
sind dagegen völlig 
anders gestaltet. Ver- 
schiedene allegori- 
sche Figuren mit 
ihren Attributen sit- 
zen nebeneinander, 
durch Omament- 
_ stücke getrennt." 
ll. Gobelins-Ausstellung im Beivedere zu Wien. Pharaos Untergang  ü d  
Im Roten Meer. (Rechte Hälfte der Tapisserie.) BXÜSSBI, xvux. Jahrhundert 11' n e" nun lese 
Bordüren auf dem 
Lothringer Moses-Zyklus der Ausstellung benützt," während die späte 
Wiederholung der Apostelteppiche 1D der Wiener Sammlung reizvolle, aber 
" Abbildung bei E. Kumsch, „Die Apostelgeschichte", Dresden, 1914. 
"i Die Querbordüre von Nr. 14 des Ausstellungskatalogs gibt die linke Hälfte der Querbordüre der 
Rnlfaelschen Bekehrung des Saulus wieder, vennehrt um eine Figur, diejenige des Katalogs Nr. u gibt die 
Querbordilre der Steinigung des Stephanus, etwas verkürzt, diejenige des Katalogs Nr. 13 die Querbordilre des 
Todes des Ananias. ebenfalls etwas verkürzt, wieder. Änderungen in Attributen und Stellungen einzelner Figuren 
erklären sich durch Restaurierungen der Moses-Serie. Bei den Hoehbordiiren dieser Folge sind die Bordüren 
der Steinigung des Stephanus und des Todes des Ananias mit Kürzungen benützt worden. Eine Figur entnahm 
man der Bordüre von Pauli Predigt. An Stelle der die Bordüren der RaEsel-Tapeten einfassenden schmalen Blumen- 
gewinde erscheint bei den Moses-Teppichen ein blatt- und blumenumwundener Stab gewählt. - Eine solche Ver- 
wendung der Ralfaelschen Bordüren steht nicht vereinzelt da. Vgl. Hunter, Tapestxies, New York 19m, Seite 275.
	        

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