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Volltext: Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 5 und 6)

Öl 
öffentlichen Versteigerung gelangt ist, in ihrer unerhörten Vielseitigkeit und 
Fülle und in dem höchst merkwürdigen Instinkte beruht hat, mit der sie von 
Schönfeld zusammengetragen wurde. Er hat uns ausführliche Mitteilungen 
darüber hinterlassen; vor allem die Schilderung der allgemeinen Kunst- 
barbarei zur Zeit der Entstehung der Sammlung ist für uns von besonderem 
Interesse. Er betrachtet sich mit Recht als einen Retter vieler dem Unter- 
gange geweiht gewesenen Kulturschätze und die Klarheit und Voraussicht, 
von der er erfüllt ist, verdienen-die höchste Achtung. Schon sein Vater hatte 
geneaJogisch-heraldische Urkunden gesammelt; Schönfeld, der humanistisch 
und technisch gebildet war, setzte mit freierem Blick und reicheren Mitteln 
die Tätigkeit des 
Vaters fort, nicht 
nur die heraldische 
Sammlung gestalte- 
te er weiter aus, son- 
dern vornehmlich 
interessierte er sich 
für alle Art Arbei- 
ten von Künstlern 
und Handwerkern; 
schon in jungen 
Jahren suchte er 
mit einer gewissen 
Leidenschaft, wie 
er selbst bekennt, 
„jedes interessante 
Denkmal desKunst- 
Heißes verflossener 
Zeitenu an sich zu Abb. 7. Links: Das Gebäude des Schönfeld-Museums neben dem Mondscheinhaus 
auf der Wieden 
bringen, aber auch 
gute Leistungen der Gegenwart als Dokument der Zeit zu erwerben. Mit 
dieser Zusammentragung von Mustern technischer und kunsthandwerk- 
licher Leistungen setzte er die von Kaunitz ernst und energisch betriebene 
Förderung der heimischen Arbeit fort, der durch Beispiel und Lehre die 
Kultur und Wirtschaft des Vaterlandes heben wollte und darin Großes 
geleistet hatte. Nur an ein technologisches Museum, wie es Schönfeld vor- 
schwebte und von ihm verwirklicht wurde, hat der Staatskanzler nicht ge- 
dacht. Dieser bedeutsame Schritt Schönfelds ging der Schaffung des National- 
Fabriks-Produkten-Kabinetts der im Jahre 1816 begründeten technischen 
Hochschule und der von Stefan Edlen v. Keess für den Kronprinzen Ferdinand 
angelegten, späterhin mit jenem Kabinette vereinigten ausgezeichneten 
technischen Sammlung voraus. Schönfeld hat diese Tätigkeit bis zu seinem 
Lebensende fortgesetzt und die sogenannten oder wirklichen Reste der 
Rudollinischen Kunstkammer seiner Sammlung eben nur als Prachtstücke 
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