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Volltext: Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 5 und 6)

Besuchern mit Recht allgemeines Interesse, da jeder darüber staunen mußte, 
in den Händen eines Privatmannes eine Menge von Kunstgebilden und 
Denkwürdigkeiten zu finden, die sich den Kunstschätzen eines souveränen 
Herrn anreihen dürften und deren Zusammenhäufung mehr als die Kräfte 
eines Privaten, mehr als ein Menschenalter zu erfordern scheint." Er will 
sich nur auf die Besprechung des Vorzüglichsten beschränken, verweist 
auf „die ungeheure Anzahl der Gegenstände" und fügt bei: „Daß mancher 
von den Zweigen der Sammlung noch nicht streng wissenschaftlich geordnet 
ist, begründet sich teils dadurch, daß die ursprüngliche Ordnung eine tech- 
nologische war und daher manches wissenschaftlich Heterogene zusammen- 
drängte, teils dadurch, daß der Gründer seine Sammlung fortwährend ver- 
mehrte und ihn mitten unter einer Menge von Ordnungsentwürfen der Tod 
abrief." Für die Wahrheit der von ihm gelieferten Daten zu den wichtigsten 
Stücken der Sammlung beruft auch er sich auf „den Originalkatalog der 
kaiserlichen Rudolphinischen Prager Sammlung", ferner auf alte Verzeichnis- 
indexe und die durch Schönfeld auf ihn gebrachte Tradition; er hat also schon 
mit jenem zusammengearbeitet. Seine Darstellung der Sammlung liefert aber 
auch manches Neue. Auch er hebt als Hauptabsicht Schönfelds hervor: „den 
Gewerbfleiß aller Klassen auf allen Gebieten zu ermuntern" und teilt mit, daß 
Schönfeld in dem Augenblicke starb, als „ein kunstliebender Mann, welcher 
schon im Besitze ähnlicher aus- 
gezeichneter Sammlungen war" 
(gemeint ist eben der Freiherr 
von Dietrich), dem Schönfeld- 
schen Museum ein günstiges, für 
zweckmäßige Aufstellung und 
planmäßige wissenschaftlicheKa- 
talogisierung geeignetes Lokal 
angewiesen hatte. Die Über- 
siedlung der Sammlung von der 
Wollzeile in das Dietrichsche 
Haus nächst der Karlskirche und 
deren Neuaufstellung wäre also 
von Schönfeld ganz in derWeise, 
wie sie dann erfolgte, durch ihn 
selbst vollzogen worden, wenn 
ihn derTod nicht vor Ausführung 
des vereinbarten Planes ereilt 
hätte. Es ist ein merkwürdiges 
Zusammentreffen, daß zur selben 
Zeit einige Schritte weiter im Ge- 
bäude des polytechnischen Insti- 
_ tutes, das Schemerl von Leytcn- 
Abb. I6. Christus mit Magdalena im Garten, Elfenbein bach erbaut hatte, Altmütter und 

	        

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