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Full text: Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 7, 8, 9 und 10)

 
 
Dachhelm rechts jenseits des Frauenzimmers emporragt; es ist der schräg 
aus der Nordostecke der Burg hervortretende „goldene" oder „Schatzturrrfß 
den wir entsprechend auf der Dürerschen Gesamtansicht Innsbrucks Enden 
(Abb. 2x). Nach vorne schließt an das Paradeis aber der Bauflügel an, in 
dem sich der Saal befunden haben muß. Sowohl die Lage als das verhältnis- 
mäßig niedrige Mauerwerk und die auffällige Höhe des Daches stimmen 
durchaus zu den Nachrichten über den Saal vor dem Jahre x 5 x o. Jetzt begreifen 
wir auch, warum dieser Bauteil damals um etwa drei Klafter erhöht werden 
sollte;"' dadurch käme der neue Saal, der damals über dem alten an Stelle des 
hohen Daches erbaut werden sollte, erst in die gleiche Höhe wie das Paradeis. 
Solange dieses aber höher lag als der (alte) Saal, konnte es an der Südwest- 
ecke des Paradeises ein übereck vorspringendes Fenster geben. Im Jahre 
 
l- 
 
.311: 
Abb. 9. (Plan z.) Ausschnitt aus einem Plane der Hofburg, bezeichnet: „Nr. r. Ebener Erlen"; siehe Abbildung 8 
1536 war der Saalbau jedoch schon erhöht und daher nur mehr ein Teil des 
vorspringenden Fensters übrig, dessen ungewöhnliche Form wohl immer 
den Eindruck des „halben" machte. Der Treppenturm der Zeichnung mit den 
zwei Treppenaufgängen unten erinnert aber durchaus an den bereits früher 
besprochenen Treppenturm der Grundrisse (Abb. 16) und dieser findet nun 
seine ganz selbstverständliche Erklärung. Natürlich fehlen hier die runden 
Halbtürme, die erst im Jahre 1536 errichtet wurden. 
Abbildung 20 zeigt uns die Südhälfte des Hofes; hier dehnt sich der 
Hauptfiügel der Burg in gleicher Höhe nach Süden aus." Den höher ragenden 
„Neubau", von dem wir im Jahre 1510 gehört haben, finden wir allerdings 
nicht; doch war es damals ja eben ein Neubau, und wir dürfen annehmen, 
t Gesch. von Hof 1510 f. xg ff. (Reg. 978): Anslag des costungs zu dem paw des sals . . . vnd wurde das 
gemewr drey klafter hoch sein . . . 
"' Das Dach ist so hoch, daß es den weit nach Osten vorgeschobenen Wappenturrn dem Blicke des 
Zeichners wohl völlig entziehen konnte. Die allenfalls bei dem Treppenturm ganz wenig herüber-ragende Spitze 
konnte aber vom Zeichner auch vernachlässigt sein.
	        

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