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Volltext: Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 7, 8, 9 und 10)

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Als zweiterfürstlicher Sitz wird der sogenannte „Neuhof", das „Kammerß 
oder „Goldene Dachl-Gebäude", angeführt." Am Beginn steht hier eine Nach- 
richt des Jahres 1420, wonach Herzog Friedrich („mit der leeren Tasche") 
zwei Häuser erwarb, deren Lage am „Platz", an der Kirchstraße und Bad- 
gasse genau bezeichnet wird?" Weiterhin bezieht man eine Nachricht des 
Jahres 1428 wegen Erbauung einer Kapelle in meines herm haws gemeinhin 
auf diesen Baufh" Nach einer Urkunde des Jahres I 506 befanden sich in der 
Kapelle dieses „Newenhof" vil jar vnnd zeit hindurch einige Reliquien des 
heiligen Moritz, wurden damals aber, weil sie dort wenig geehrt würden, von 
Maximilian seinem Rate Florian Waldauf von Waldenstein für dessen Heil- 
tumstiftung in Hall überlassenxl- Es liegt nahe, anzunehmen, daß diese Re- 
liquien der erwähnten Moritz-Kapelle der Burg am Inn entstammen und erst, 
nachdem diese Burg verlassen und in Verfall geraten war, in die Kapelle 
des Neuhofs übertragen worden 
waren. Der heilige Moritz, der in 
früherer Zeit als kriegerischer 
Heiliger besondere Verehrung 
genossen hatte, scheint ja seit 
längerem schon gegen den hei- 
ligen Georg zurückgetreten zu 
sein. Jedenfalls hören wir, daß 
sowohl Herzog Friedrich als sein 
Sohn Siegmund ihre besondere 
Andacht dem heiligen Georg 
widmeten. Und auch von Maxi- 
milians Vater, Friedrich III., und 
von Maximilian selbst ist uns dies 
bekanntcH ImJahre 1498 stiftete 
Maximilian denn auch dem heiligen Georg eine Messe zu Insprugkh zu 
Newenhof in der Capel daselbsj-H Was uns an dieser Stiftung wundert, ist 
eigentlich nur, daß sie so spät erfolgt. Und nur teilweise wird dies dadurch 
erklärt, daß Maximilian in der Stiftungsurkunde hervorhebt, schon die I-Ierzoge 
Friedrich und Siegmund hätten, wie gesagt, zum heiligen Georg immer 
 
Abb. 16. Ausschnitt aus dem Plane auf Abbildung 8 
(die schräggestrichelten Teile im Originale rot) 
" Vgl. u. a. Dav. Ritt. v. Schönherr: "Das goldene Dächlein" Ges. Schr. 1., Seite ng H. (aber ziemlich 
unverläßlich). 
" Schatzarchiv Nr. 1667 (1420, Febr. 28). 
m" Reg. 1758i: ltem maister Hausen mawrer, von dem paw der cappel zu Insprugk in meinen herrn haws 
70 Mark . . . 
1' Gesch. von Hof 1506 f. rot f. (Reg. 78g). Zur Stiftung vgl. Jos. Garber „Das Haller Heiltumbuch" 
Jahrb. der Kunstsamml. des Kaiserhauses XXXI S. CLVII ff. f. rot, 155, x58. 
11' Die von Friedrich Ili. gestiftete Bruderschaft zum Kampfe gegen die Türken stand unter des heiligen 
Georgs Schutz; über den saut jörgen orden siehe K. Giehlow „Kaiser Maximilians Gebetbuch" (Wien 1907, 
Seite 6 E). Man erinnere sich auch der Georgskapelle zu Wiener Neustadt. Nebenbei bemerkt, wurde x50: auch auf 
Hohensalzburg eine Georgskapelle geweiht (Österr. Kunsttopographie XIII, Seite 97). In der folgenden Stiftungs- 
urkunde schreibt Maximilian „seinen ritterlichen Sieg und Überwindung großmächtiger . . . Feind" ganz im 
besonderen der Fürbitte des „heiligen würdigen Ritter und Nothelfer Sankt Georg" zu. 
11T Schatzarchiv Nr. 5533 (1495, März 30) „Copia Stifftbriefs Künigs Maximiliani einer teglichen Ewigen 
Messe in der Capelle zu Neuenhof auf der O. Ö. Camer zu Insprugg de A" 1498." 
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