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Volltext: Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 7, 8, 9 und 10)

Herrschaftsgebiet. Damm ließ auch Siegmund noch im ganzen Lande, nicht 
zum wenigsten im Süden, eine Fülle von Wohnsitzen neu errichten oder 
wenigstens neu ausgestalten." Allmählich änderten sich jedoch die Verhält- 
nisse Tirols. Es waren verschiedene Ursachen, die den Norden des Landes 
dem Süden gegenüber immer mehr hervortreten ließen; nur eine der Ursachen 
war der große Aufschwung des nordtirolischen Bergbaues, insbesondere seit 
Entdeckung der Silbergruben am Falkenstein bei Schwaz. Der Silberreich- 
tum des Landes trug Siegmund ja nicht nur den Namen des „Münzreichen" 
ein, sondern gab ihm tatsächlich eine über manche Fürsten des Reichs her- 
vorragende Stellung. H Aber auch die politischen Verhältnisse Südtirols und 
der Zusammenhang des Nordens mit den damals weitreichenden „Vorlanden" 
trugen dazu bei, die Bedeutung Nordtirols und damit Innsbrucks zu steigern. 
In einer Urkunde des Jahres 1460, mit der Siegmund der Stadt Innsbruck 
einen Wochenmarkt verleiht, sagt der Fürst ausdrücklich, es geschähe, weil 
er hier mehr als in den anderen Städten seiner Grafschaft Tirol seine 
Wohnung und seinen Hof habeßii Der Hofhalt muß übrigens, wenigstens 
zeitweise, ziemlich umfangreich gewesen sein; wenigstens hören wir gelegent- 
lieh, daß des Herzogs Gemahlin Eleonore, eine schottische Königstochter, 
nicht weniger als fünfzig Ehrendamen hattest 
Es ist darum begreiflich, daß schon von Mitte des Jahrhunderts an 
(nachdem der Fürst im Jahre 1448 geheiratet hatte) zahlreiche Nachrichten 
von Neuerwerbungen in Innsbruck erhalten sind; so wird uns im Jahre 1453 
gemeldet, daß der Herzog von einem Innsbrucker Bürger, Konrad Gantinger, 
I-Iof und Garten in der Stadt beim „Hof" des Herzogs und dem Rumertor 
gekauft habeJ-"r Wir befinden uns also wieder in der Gegend des späteren 
Nordbaues der Burg, wo wir schon in den Jahren 1401 und 1410 einen fürst- 
lichen Besitz erwähnt gefunden haben. Es wäre übrigens möglich, daß in 
der Zwischenzeit Neuerwerbungen stattgefunden haben, von denen wir nur 
nicht Kenntnis haben. 
Im Jahre 1454 verkauft dann ein (Haller) Bürger Berchthold Honigler 
dem Herzoge Hof und Hofstatt samt Höflein; die Grenzen sind einerseits das 
Haus der Ritter Wigalois (Vigilius) und Bernhard Gradner, anderseits das 
gemeine Hofgässl und vorn die Rumergassexl-H Wir werden also wieder in 
i Siegmundslcron, Siegmundslust usw. tragen ja noch seinen Namen, vgl. H. Hammer „Die Bauten 
Herzogs Siegmunds . . ." Zeitschr. des Ferdinandeurns, 1898, Seite 207 E; wir erinnern auch an die sogenannte 
landesiiirstliche Burg zu Meran (siehe Schönherr, Ges. Sehr. I, Seite 6845.), die bei ihrer guten Erhaltung, 
besonders in der Innenausstattung, manchen Vergleichspunkt, zum Beispiel mit der Bemalung der „Kürnstuhw 
unter Maximilian bietet. 
i" Man vgl. zum Beispiel Reg. x80. Kaiser Friedrich Ill. schreib! an Erzherzog Siegmund: . . . wiewol wir 
nicht so in reichem Silberland, als dein lieb ist, sein . . . 
"i" . . . nachdem wir hie mehr dann in andern vnser stetten vnser gmfschaft Tirol vnnser Wohnung vnd 
hof . . haben . . . Die Originalurkunde (Mariae Visitatia 1460) im Innsbrucker Stadtarchiv Nr. 739 War uns 
nicht zugänglich, jedoch die alte Abschrift im Ferdinandeum (Bibl. Tirol. Ferd. 958g, Nr. ro). 
T Egger „Geschichte Tirols" 1., Seite 604. 
H Schatzarchiv Nr. x68: (1453. Mai 26). Der Besitz stößt hinten an des Herzogs Hof und Hofstatt, an 
einer Seite an die Ringmauer und den Turrn, vorne und zur Seite an die gemeine Gasse. 
H-f Schatzarchiv Nr.r684 (1454, Mai z). Das Haus der Gradner rnag eines der beiden sein, die im Jahre 1453 
gegen das früher Starkenbergsche an der Westmauer der Stadt eingetauscht worden waren; siehe Seite l B7, Anm." "i "i.
	        

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