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Volltext: Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 7, 8, 9 und 10)

dieselbe Gegend der Stadt geführt, aber weiter nach Süden hin; denn das 
„Hofgässl" kann wohl nichts anderes sein als die heutige Hofgasse." Im 
Jahre 1462 erwirbt der Herzog auch wieder einen Garten, gelegen vor dem 
Rumertor und an seinem eigenen Garten." Offenbar zwischen Rumergasse 
und Stadtmauer lagen ferner Haus, Hof und Gärtlein, die der Innsbrucker 
Bürger Ulrich Nebel im Jahre 1463 dem Herzog käuflich überläßt. Die Grenz- 
bezeichnungen decken sich zum Teil mit denen eines der zwei Häuser, die 
im Jahre 1453 in der Rumergasse als Besitz Bernhard Gradners erwähnt 
werden, inzwischen aber vermutlich in die Hände des Fürsten übergegangen 
sind;""'"' denn bald nach dem Jahre 1453 war ja die bekannte Fehde zwischen 
dem Herzog und den Gradnem ausgebrochen und deren Besitztum dabei 
beschlagnahmt worden. ' 
Wichtig ist ferner, daß wir im Jahre 1463 auch schon von einer Kanzlei, 
offenbar einer landesfürstlichen, in dieser Gegend vernehmenrf Jedenfalls hat 
also nach Mitte des XV. Jahrhunderts eine weitgreifende Vermehrung des 
herzoglichen Besitzes längs der Rumergasse stattgefunden. Immerhin brauchen 
wir hier noch keinen geschlossenen fürstlichen Besitz vorauszusetzen, selbst 
wenn wir annehmen, daß Nachrichten uns verloren gegangen sind. 
Wir wollen jedoch gleich darauf hinweisen, daß in dieser Zeit auch 
bereits eine Erweiterung des fürstlichen Besitzes über die eigentliche Burg 
hinaus nach Süden stattgefunden hat. Die Erwähnung eines fürstlichen 
Hauses, das einen Teil des heutigen Damenstifts einnimmt, haben wir schon 
im Jahre 1465 gefunden; in den Jahren 1468 und 1492 ist hier dann der 
Name harnaschhaus (am Sackentor) nachweisbar. Die Urkunden dieser und 
folgenderJahre beweisen auch schon die Ausdehnung des fürstlichen Besitzes 
über das alte Hamaschhaus hinaus, also längs der Ostseite der heutigen 
Stiftsgassesi-i- Aber auch an der Westseite wird bereits im Jahre 1472 ein 
Haus, das jetzt der Landesfürst innehat, erwähnt. Wir werden hier weiterhin 
i" Der Name „Hofgassw kommt schon im Jahre 1500 vor (Schatzarchiv ll. Nr. 5700, wozu man Schatz- 
archiv 4160, auch 197g und 2005, sowie II. 5677 vergleiche). 
i" Schatzarchiv Nr. 1605 (1462, Febr. 1g). 
'" Schatzarchiv Nr. 1607 (1463, Juni 1). Der hinter dem Hause Nebels genannte Bürgergarten (derpurger 
gerttel) lag wohl außerhalb der Mauer und konnte daher wohl statt dieser als Grenzbezeichnung eintreten Das 
eine der Gradnerschen Häuser lag nach Schatzarchiv Nr. 4160 (1453, Sept. 3) neben dem Hause des Heinrich 
Harssmann, genannt Kapeller, das andere, „das jetzt Stallung ist," auf der andern Seite, siehe auch folgende 
Anmerkung. 
1' Nach Schatzarchiv Nr. 580g (1463, Aug. 12) verleiht der Hazog dem Parzival von Annenberg ein Haus 
zwischen der Kanzlei und der Kappeler (l) Haus mitsamt dem Stulle gegenüber der Kanzlei. Es handelt sich hier 
also wohl um den ehemals Gradnerschen Besitz. Nach Schatzarchiv Nr. 5700 (1500, Juli au) lag das Kappelersche 
Haus schon an der Hofgasse. 
H Zur Erwerbung der fürstlichen Häuser an der heutigen Stiftgasse: Schatzarchiv Nr. 2187 (1465, Juli 1), 
Nr. 1760 (1468, Febr. 2), Nr. 1756 (1492, Juli 21), Nr. 1977 (1513, Nov. 14); trotz kleiner Unklarheiten, die 
bleiben, geht die schrittweise Erweiterung des Fürstlichen Besitzes vorn Hamaschhaus: nach Süden aus diesen 
Nachrichten klar hervor. - Zu den Erwerbungen mehr westlich davon: (Haus des Goldschmied: und Hufschmieds, 
siehe bei uns Seite 154, Anmerkung 1'): Schatzarchiv Nr. 71 1 (1472, Okt. 3); zur erwähnten „Wongergassw (Schön- 
herr, Ges. Sehr. 11., Seite 541): Schatzarchiv ll. 3219 (14g1, April 24), Schatzarchiv Nr. 2007 (1500, März 23), 
N1; 1955 (1501 Febr. 25) Nr. 1g7g (1514, Jan. 12, hier auch das Haus, welches die Capläne des Altars zu Hof 
innehaben, erwähnt), N1, m05 (1514, Jän. 13). 7 Über die zu negst gegen vnnserm (Erzherzog Ferdinands) 
Wappgnhuus über gelegene behausung, die im Jahre 156g dem Hofbaumeister Hans Lucchese zugewiesen wird 
und die eine zeitlang noch ein Hoikaplan bewohnen soll: Gesch. von Hof 156g f. 210 (Rg. 10184). - Wegen der 
zwei Häuser gegenüber der Kürnstube auch: Hainhofer a, a. 0., Seite 52.
	        

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