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Der Wiener Kunstgewerbe-Verein hat anlässlich des zgjährigen Bestandes der 
Kunstgewerbeschule des k. k. Oesterr. Museums eine Medaille nfür Verdienste um das 
Kunsthandwerk-i prägen lassen. Das in der Generalversammlung vom 19.September 
beschlossene und von Sr. k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzog-Protector R ainer 
genehmigte Statut bestimmt, dass die Verleihung dieser Medaille sowohl an Kunstindu- 
strielle und Künstler, wie an solche Personen erfolgen kann, welche sich, ohne Kunst- 
industrielle oder Künstler zu sein, um die Hebung und Pflege des österreichischen Kunst- 
gewerbes in irgend einer Beziehung hervorragende und dauernde Verdienste 
erworben haben. Die Verleihung der Medaille erfolgt auf Grund eines von der General- 
versammlung unterstützten Antrages des Vereinsausschusses durch den Erzherzog-Protector. 
Die Medaille, ausgeführt vom Hof-Medailleur A. Scharff, misst 0'072 Meter im 
Durchmesser; auf der Aversseite sitzt vor einer Balustrade, hinter welcher in zartem 
Relief rechts die Stephanskirche, links das Oesterr. Museum und die Kunstgewerbeschule 
sichtbar sind, eine üppige Frauengestalt in reichem Renaissancegewand, welche in der 
Linken einen Lorbeerzweig halt; vor und neben ihr auf dem Boden erblickt man kunst- 
gewerbliche Gersthe, eine Palette u. s. w. Die Reversseite zeigt ein von Hofrath Storck 
entworfenes Ornament mit dem Schild zur Aufnahme der Widmung. Das umlaufende 
Schriftband lautet: n.Der Wiener Kunstgewerbe-Verein - für Verdienste um das Kunst- 
handwerkr. Die Ausführung der Medaille erfolgt ausschließlich in Bronze. 
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Die Adresse ehemaliger Schüler der Kunstgewerbeschule ist im Formate von 
46 Centimeter Hohe zu 35 Centirneter Breite gedruckt, der Einband in dunkel oliv- 
grünem Leder mit reicher Handvergoldung hergestellt. Derselbe zeigt auf der Vorder- 
seite in der Mitte das Wappen des hohen Protectors, zwischen diesem und dem reich 
ornamentirten Rande sind der bekronte Buchstabe R, sowie Lorbeerzweige und kleine 
Rosetten abwechslungsweise eingeslreut. 
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Anlässlich der Jubilaumsfeier hat der niederbsterreichische Gewerbeverein an den 
Aufsichtsrath der Kunstgewerbeschnle folgendes Schreiben gerichtet: 
Das agiahrige Jubiläum der Kunstgewerbeschule des k. k. Oesterr. Museums 
für Kunst und Industrie ist ein bedeutungsvoller Tag für alle Kreise, die an der 
Entwicklung des österreichischen Kunstgewerbes Antheil nehmen. Dieser Tag bringt 
ihnen auf's Neue in Erinnerung und in's Bewusstsein, dass die jubilirende Anstalt 
eine neue Aera des österreichischen Kunstgewerbes eingeleitet und es zu Ruhm und 
Glanz emporgeführt hat. 
Mit den Gefühlen aufrichtiger Dankbarkeit und mit den besten und aufrich- 
tigsten Wünschen für das fernere Gedeihen der Kunsgewerbeschule begrüßen wir 
deshalb heute den Aufsichtsrath der Kunstgewerbeschule und geben der Hoffnung 
Ausdruck, dass das zweite Vierleljahrhundert, in das die Anstalt nunmehr eintritt, 
an Ehren und Erfolgen ebenso reich sein werde, als die nun abgeschlossene Periode. 
Wien, am 5. October 1893. 
Niederösterreichischer Gewerbeverein. 
Der Präsident: Özedik. Der Secretar: Dr. Anspitzer. 
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Glückwünsche und Begrüßungstelegramme sandten auch der Steiermarkische 
Gewerbeverein und der Steierrnarkische Verein zur Forderung der Kunstindustrie in 
Graz, ferner die Fachschule für Holzindustrie in Bruck a. d. M., die k. k. Staats- 
gewerbeschule in Graz, die k. k. Fachschule für Holzbearbeitung in Hallein, die lt. k. 
Fachschule für Holz- und Steinbearbeitung in Hallstatt, die k. k. Fachschule für Bild- 
hauer und Steinmetz: in Hoi-ic, die k. k. Staatsgewerbeschule in Lemberg, die k. k. 
Kunstgewerbeschule in Prag, die k. k. Fachschule für Glas- und Metallindustrie in 
Steinschonau, die k. k. Staatsgewerbeschule in Triest, die k. k. Fachschulen für 
Holzbearbeitung in Grulich, Wallacbisch-Meseritsch und Zakopane, die Maler- 
Akademie in Prag, die Kunstgewerbeschulen in Düsseldorf, Karlsruhe, München 
und Stuttgart, der Curator des Oesterr. Museums, Herrenhausmitglied Nicolaus D umba, 
Fabrikant Rießn er in Teplitz und die Directoren, Professoren und Lehrer: Sturm in 
Amsterdam, Holzer, Lackner, Larch und Raschke in Bozen, lrmann und Kühn 
in Breslau, Öernjin Brünn, Tamanini und Fabrizzi in Cortina d'Ampezzo, Richter 
in Dresden, Stiller in Düsseldorf, Raab in Friedeberg, Blaha, Hammer, Ludwig, 
Miksch, Raab, Zitte und Zoif in Gablnnz, Fankhauser in Graz, Engleitner und 
Poelleritzer in Hallstatt, Remesch und Tapper in Innsbruck, Krycinski in 
Kolomea, Prosperi in Mährisch-Schonberg, Skomal und Wegner in Magdeburg, 
l)elneri, Gius und Ri bi in Mariano, Bendel in Schaffhausen, Chilla in Steinschdnau, 
Reimann in Teplitz, Horak in Wien, Bengler, Freytag, Larch, Sterz, Stifter 
und Taubner in Znairn.
	        

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