MAK
II. 
Ausstellungen. 
In feierlicher Weise wurde am I5. Februar durch Se. Majestät den Kaiser die 
Wiener Congressausstellung erofnet. 
Zum Empfange Sr. Majestät hatten sich die zur Feierlichkeit geladenen Persönlich- 
keiten im Siulenhofe des Museums versammelt. Es waren erschienen: Se. k. u. k. Hoheit 
der durchlsuchtigste Herr Erzherzog Ludwig Victor (Se. k- u. k. Hoheit der durch- 
lauchtigste Herr Erzherzog Rainer hatte am 13. Februar eine Reise angetreten), Se. kgl. 
Hoheit Ernst August Herzog von Cumberland, Se. Hoheit Prinz Philipp von 
Sachsen-Coburg. Ferner Ihre Eitcellenzen die Herren: Oberstkämtnerer Graf Trautt- 
mansdorti" und Obersthofmarschall Graf Szecsen, Se. Durchlaucht Oberatstallmeister FML. 
Prinz Rudolf zu Liechtenstein, Ihre Excellenzen: Ministerprlsident und Leiter des Mini- 
steriums des Innern Graf Badeni, die Minister Dr. Freiherr v. Gautsch, Graf Ledebur, 
Graf Gleispaelf und Dr. Rittner, Marine-Cotnmandant Admiral Freiherr v. Sterheck, 
Statthalter Graf Kielmansegg, Hof- und Ministerialrath Dr. v. Jettel als Vertreter des 
Ministeriums des k. u. k. Hauses und des AeuCerr, der deutsche Botschafter Graf zu Eulen- 
burg, der russische Botschafter Graf Knpnist, der italienische Botschafter Graf Nigra, ferner 
der bayerische Gesandte Freiherr v. Podewils, der niederländische Gesandte van der Hoeven, 
Se. Excellenz Gardecqpitan G. d. C. Graf Palify, Se. Durchlaucht General-Truppen-Inspector 
G. d. C. Ludwig Prinz zu Windisch-Graetz, Ihre Excellenzen Corpscommandant G. d. C. 
Graf Uezküll, FZM. Freiherr v. Merkl, FML. v. Wattek, FML. Ritter v. Kropatschek 
und andere hohe Militärs, sowie eine Deputation des z. k. u. k. Infanterie-Regimentes Kaiser 
Alexander von Russland, ferner Ihre Excellenzen Obersthofmeister Freiherr v. Gudenus, 
der Präsident des Abgeordnetenhauses Freiherr v. Chlumeckj, General-Procurator Dr. 
Ritter v. Craxner, Gouverneur Jansekowitsch, Ihre Durchlauchten Fürst Adolf Josef zu 
Schwarzenberg, Erbprinz Johann zu Schwsrzenberg, Forst Paul Metternich, Forst Salm, 
Fürst Karl Trauttmsnsdorif, Fürst Paar, Sectionschef Ritter v. Röckenzaun, Geheimer 
Rath von Arnetli, viele Mitglieder des Curntoriums des Oesterreiehischen Museums, 
Bezirlrshauptmann Dr. v. Friebeis, der Viceprlsident des niederosterreichischen Landes- 
schulratltes Sectionschef Dr. Wolf, Magistratsdireemr Krenn, die Professoren der Kunst- 
gewerbeschule u. v. A. 
Prlcise to Uhr erschien Se. Majestät der Kaiser, begleitet von Sr. ExcelIenz dem 
Generaladjutanten G. d. C. Grafen Paar und Sr. Durchlaucht dem Flilgeladjutanten Major 
Forsten Dietrichstein. 
Beim Eintritte wurde Se. Majestst von dem Präsidenten des Ausstellungscomitfa 
Sr. Ezcellenz dem Herrn Oberstjägermeister Grafen Abensperg-Traun, dem Präsi- 
denten-Stellvertreter Sr. Excellenz Herrn Sectionschef Grafen Latour, sowie dem Director 
des Museums Hofi-ath Bucher und den Cornite-Mitgiiedevn erwartet und nach ehrfurchts- 
voller Begrüßung in den Säulenhof geleitet. Hier hielt Graf Abensperg-Traun an 
Se. Majestät folgende Ansprache: 
i-Geruhen Eure Majestät den allerunterthänigsten Dank des Curatoriums des 
Oesterreichischen Museums für den neuen Allerhochsten Beweis der Gnade für dieses 
Institut genehmigen zu wollen. 
Diese Räume haben für den heutigen Tag einen Festschmuclt eigener Art 
angelegt. Es galt den Versuch, die Erinnerung an einen der glänzendsten Zeit- 
abschnitte in der Geschichte des Reiches und der Reichshauptstadt in einem Bilde 
xurucltzurufen. 
Nach eitiet langen Zeit schwerer Kämpfe und Wirren waren in Wien um 
weiland Se. Majestät Kaiser Franz versammelt zahlreiche gekronte Häupter, die be- 
rühmtesten Männer ihrer Zeit, um mit Rath und That an dem groisen Friedens- 
werke theilzunehn-ien. Alles, was durch Rang, Geist, Talent dazu beitrug, jener Zeit 
ein einziges Gepräge zu verleihen, und Alles dies auf dem Hintergrunde unseres 
schönen, fröhlichen Wien, das seinen altbewährten Zauber niemals mächtiger ent- 
faltet hatte. Um ein solches Bild dieser geschichtlich denkwürdigen Tage und mit dem- 
selben der ganzen Zeitperiode in ihrer Kunst, ihrem Kunsthandwerke, wohl auch in. 
ihren Sitten und Gebräuchen so vollständig und echt, als es heute noch möglich ist, 
vorführen zu kdnnen, sind alle Kräfte des Institutes, alle Freunde und Gonner des- 
selben seit länger als Jahresfrist thatig gewesen. 
Das Ausstellungscomite hatte si:h hiebei der thatkräftigen Forderung der hohen 
Reichs- und Staatsbehörden zu erfreuen; viele fremde Hofe widmeten dem Gedanken 
volle Sympathie, und alle Kreise der Residenz und des Reiches wetteiferten in dem 
Bemühen, historisch interessante und charakteristische Kunsterzeugnisse der Zeit zur 
Verfügung zu stellen.
	        

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