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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1866 / 13)

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werden, was in dieser Abtheilung Aufnahme findet. Das Ausgeschiedene und Hi: andere 
Zwecke gewiss sehr Brauchbare wird in anderen Abtheilungen verkauft. _ 
Schon haben die angesehensten Architekten, Decorateure und Fabrikanten in Ta- 
peten, Reliefs, Spitzen, Möbeln, Getässen etc. sich bereit erklärt, das Unternehmen zu für- 
dern und durch die Anfertigung entsprechender Muster die Lücken auszufüllen, die sich 
bei der Zusammenstellung der bisherigen oft sehr anerkennungswerthen, durch Einzel- 
bestrebungen hervorgegangenen Leistungen herausstellen. Jeder Fabrikant, der sich dem 
Unternehmen nnschliesst, kann in ungebundener Weise fabriciren was er will, aber nur 
das Kunstgemiisse und zur Decorntion verwendbare findet Aufnahme in jener Abtheilung. 
Die Bedürfnisse des Publicums. die Billigkeit der Preise und die Vorzüglichkeit der Tech- 
nik, der Qualität etc. sind nächst der künstlerischen Vollkommenheit für die Aufnahme 
massgebend. 
Von den im k. k. Museum ausgestellten Teppichen aus den Fabriken in Gumpen- 
dorf und Ebcrgassing heben wir die in einem Stück gearbeiteten Gobelin-Teppiche von 
15' bis 2U' Breite und Länge hervor. Unter den kleineren zum Zusammensetzen gewebten 
Teppichen bemerken wir die im orientalischen Charakter ausgeführten, von Herrn Hatzinger 
entworfenen Muster; sie sind zum Theil Nachahmungen der im Museum ausgestellten per- 
sischen Teppiche aus Schönbrunn. Stylistisch streng durchgeführt sind die Teppiche mu- 
sivischen Charakters, deren Vorbilder die schönen Mosaiken in Salzburg (puhlicirt in den 
Analekten von Arneth) sind; fernnr andere im maurischen und gothischen Style, entworfen 
von Fisehbach. ln letzterer Zeit kam noch ein Teppich zur Ausstellung, welcher die Orna- 
mente des vom Bonner Altcrthumsvereine im vorigen I-lerbste publicirten Mosaikbodens 
zeigt. Der letztere, eine der schönsten Mosaiken der antiken Kunst, aufgefunden bei Trier in 
Nennig, erregt das Interesse aller Kunstfreunde im hohen Grade und König Wilhelm von 
Preussen gab eine bedeutende Geldunterstiitznng, denselben in würdiger Weise zu publiciren. 
Herr Haas ermöglicht die Verwendung des Musters in jedem Salon. Nur sind die liir den 
FUBSbOdCIl unpassenden Figuren in den Casetten weggelassen und durch Rosetten ersetzt; 
ferner sind an Stelle der helleren Steinfarben die gesättigten warmen und dunklen Woll- 
farben verwendet worden. 
Die Teppiche, Möbelstode und Tischdecken von Haas sind seit zu vielen Jahren 
in Oesterreich verbreitet, als dass es nothwendig wlire, ihrer Vortrefdichkeit zu erwähnen. 
Minder dürften die angeführten Kunsthestrebungcn bekannt sein und ist es der Zweck 
dieser Zeilen, sie den Kunstfreunden zur Beachtung und den Künstlern und den Kunst- 
industriellen zur Betheiligung zu empfehlen. 
(Neu ausgestellte Gegenstände.) Seit dem Erscheinen des September-Heftes 
der „Mitthcilungewt sind folgende Gegenstände neu ausgestellt werden: Am 16. September: 
Eine Copie von Andrea del Sarto's Gemälde „Pietä." (k. k. Belvedere-Glallerie), im Auf- 
trage Seiner Majestät des Kaisers von Mexico gemalt von J. M. Aigner; eine Gobelin 
aus dem 18. Jhrhdt. und ein Helm aus der Spät-Renaissance, Eigenthum des Herrn Con- 
suls Ritter v. Friedland; alt-mexicanische Gefasse und Götzenhilder ans Thon; ein Blu- 
wen-Aquarell, gemalt von Frl. v. Kudriaffsky; eine Reihe von Gypssbgiissen nach an- 
tiken Basreliefs. 
Am 25. September: Eine Marmorstatue des Feldzeugmeisters Baron Haynau, im 
Auftrage Sr, Majestät des Kaisers ausgeführt für die Ruhmeshalle des Arsenals vom Bild- 
hauer V. Pilz; eine Portriitstatue in Marmor gearbeitet vom Grafen Irenäus Zalusky; 
Rüstungen und Waffen aus dem k. k. Arsenals (darunter Degen mit Grilfen aus geschnitte- 
nem Eisen, zwei Hinterladungspistolen vom Ende des 16. Jahrhunderts, ein Revolver aus 
derselben Zeit etc. ; ein Tisch vom Verzierungs-Bildhauer J. Schilling und eine aus Seide 
gestickte Tischdecke aus dem 17. Jahrhunderte mit einem Mittelbild, Orpheus darstellend. 
Am l. October: Die Porträtbüsts Carl RahPs in parischem Marmor und die Porträt- 
biiste des Freiherrn von Ankershofen in Carrara-Marmor vom Bildhauer Hans Gasser, 
letztere im Auftrage des h. Smittsministeriurns ausgeführt und für das kärutnerische 
Landesmuseum bestimmt; Zeichnungen nach Renaissance-Gefäßen vom Architekten Vs.- 
lentin Teirich und Copien nach alten Miniaturen von Hrachowina; eine Copie von 
Tiepolds „h. Catharina von Sienn" (k. k Belvedere-Gallerie), gemalt von Max Erl; 
eine Jahresuhr vom Uhrmacher C. Hartsl; plastische Ornamente zur Zimmer-Decoration 
aus der Fabrik von F i s c h b a c h k M ö s e r; ein Marmor-Relief, die h. Ciicilie darstel- 
leud, Copie nach D o n at e ll o, und eine Marmorbiiste, beide von A. M algr a t i. 
Am 12 Octobe r: Blätter aus Lavater's Sammlung von Handzeichnungen und Stu- 
dien (mit eigenhlindigen Bemerkungen von Lavater), Eigenthum der kaiserl. Familien- 
Fideicommiss- und Privat-Bibliothek Sr. Majestät, ferner das Porträt Lavatofs von A. L. 
Moeglich, Eigenthum der Frau v. Goethe; chinesische Aquarell-Malereien auf Eeispapier, 
Wappen- und Turnierbiicher, Abbildungen von Bäckertänzen und Schönbarthlliufern aus 
dem 16. Jahrh, slimmtlich Eigenthum der obengenannten kais. Bibliothek; ein Gobelin
	        

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