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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 19)

zurückgegangen und hat sie iniitirt und studirt. Man traf hier glücklich 
mit der Liebhaberei der Bibliophilen zusammen, und in der That ver- 
dienen- auch die reizenden Aldinen und Elzevire, die Ausgaben von Lyon 
u. s. w. vom Standpunkte des Geschmacks wie der Leserlichkeit alle Be- 
achtung, denn so fein und zierlich oft der Druck erscheint, so bewahrt 
er doch eine solche Deutlichkeit, als ob das Verhaltniss des Raumes, das 
Verhältniss des Schwarzen zum Weissen, dem entsprechend die Dicke 
der Schriftzüge und die Weite ihrer Oeifnungen iiir das Auge förmlich 
abgewogen oder abgemessen seien. 
Unter den Druckereien, welche auf das Bestreben zur Hebung des 
Buchdrucks in dieser Richtung eingegangen sind, ist wohl als die erste 
und vorzüglichste die von Jules Guillaume Fick in Genf zu nennen. 
Eine grosse Reihe von Werken sind bereits aus ihr hervorgegangen, welche 
bis auf das gleiche kräftige, körnige, gcschöpfte Papier in vollkommen 
gelungener Weise den Charakter der Druckwerke des sechszehnten Jahr- 
hunderts getruEen haben und zugleich für das Auge des Lesers eine 
wahre Wohlthat sind. Eine Anzahl dieser Werke gehören der Geschichte 
und Literatur Grenfs an und sind Erneuerungen der Originalausgaben des 
sechszehnten Jahrhunderts; andere sind französische Uebersetzungen be- 
rühmter Werke jener Zeit, wie z. B. der Lebensaufzeichnungen der beiden 
Baseler Gelehrten Thomas und Felix Platter, hervorgegangen aus der 
Feder des Eigenthümers dieser Druckerei, des Herrn Dr. Edouard Fick; 
auch einzelne moderne Werke erscheinen darunter im alten Gewaude. 
Die ausgezeichnete Anstalt von J. G. Fick hat gewissermnssen ein 
historisches Recht auf solche Nachahmungen und Erneuerungen, denn sie 
knüpft ihre Existenz direct an die alte Lyoner Druckerei von Jean de 
Tournee an. Dieser übersiedelte im Jahre 1585 von Lyon nach Genf 
und nahm die Blöcke der zierlichen Holzschnitte von Salomon Bernard. 
mit sich. Die Anstalt der de Tournee abeorbirte die der Brüder 
Chouct, welche ihrerseits den Fonds von Paul Stephanus gekauft 
hatten. Die neue Genfer Anstalt ging ununterbrochen durch eineReihe 
von Buchdruckern fort und führt heute den Namen von J. G. Fick. 
Jene Holzstöcke sind noch gegenwänig in ihrem Besitz und vor einigen 
Jahren wieder in einem Foliobande abgedruckt worden, welcher den Titel: _ 
„Anciens bois d'imprimerie Fick a Geneve" führt. Ein Exemplar dieses 
nur in einer sehr geringen Anzahl aufgelegten Werkes kommt mit meh- 
reren anderen ähnlichen aus dieser Druckerei hervorgegangenen Werken, 
die besonders typographisch gelungen sind, als Geschenk des Herrn Dr. 
Edouard Fick an das österreichische Museum, welches in seinem System 
eine eigene Abtheilung „Druckprobexß enthält. Unter ihnen ist ein 
kleines Werkchen Il sacco di Roma in 16. an Schönheit und typogra. 
phischer Ausstattung ein wahres Juwel.
	        

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