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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 19)

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Man beabsicht, zugleich die von Herrn Prof. Rebhann vor einigen Jahren unter- 
nommenen Versuche über die Festigkeit der Gesteine möglichst zu vervollständigen und 
nach Zulässigkeit auf alle wichtigeren, in Oesterreich zu Banzweckeu verwendeten Sorten 
auszudehnen. Herr Prof. Rebhann hat sich über hierseitiges Ersuchen selbst zur Leitung 
dieser Versuche bereit erklärt. 
Es geht daher das besondere Ersuchen an die betreßenden Herren Gewerken: 
1. Um Einsendung von je zwei Mustern der wichtigsten von ihnen gewonnen Stein- 
sorten im Formate von 4 Zoll Breite, 6 Zoll Länge und beiläufig 2 Zoll Dicke, davon 
eines mit geschlißener, das andere mit gestockter Oberfläche (oder beide gesteckt); 
2. um genaue Angabe des etwaigen Localnamens der Sorte, der Grösse, in welcher 
die Stücke gewonnen werden können, des etwaigen Vorkommens von Leissen oder Ne- 
stern, endlich des Preises loco Wien oder loco der zu hensnnenden nächsten Balln- oder 
Darnpfschidstation. 
Von den Bausteinen im engeren Sinne (mit Ausschluss der Bildhauer- oder Deco- 
rationssteine) wird ferner zum Zwecke der Festigkeitsproben um Zusendung einer grösseren 
Anzahl von Mustern in Würfelform ersucht. Diese Würfel sollen nicht unter 3 Zoll und 
nicht über 6 Zoll Seite, dabei möglichst ebene Flächen, scharfe Kanten und rechte Winkel 
haben. Von den gangbarsten Sorten wären etwa fünf solcher Würfel erwünscht. 
Jeder der Herren Gewerken wird seinerzeit von den Resultaten der mit seinen Eine 
sendungen vorgenommenen Versuche in Kenntniss gesetzt werden." 
Die Direction des Museums hat die Landesbehörden und das k. ungarische Mini- 
sterium fiir Landescnltur und Ackerbau ersucht, die Versendung dieses Aufrufes zu veran- 
lassen und das Gedeihen dieses patriotischen Unternehmens fördern zu wollen. 
(Besuch des Museums.) Der Besuch desselben betrug im Monate März 18.970 
Personen (um 9369 mehr als im März 1865 und um 5139 mehr als im März 1865). Es ist 
dies der stärkste Monatsbesucb seit der Eröifnung des Museums. 
(Geschenke) Als solche sind dem Museum in letzterer Zeit zngekommen: Von 
der artistischen Anstalt des R. v. Waldheim ein Exemplar der von derselben für die 
Pariser Ausstellung gedruckten Hnlzschnittprohen; von M. Faber St Comp., Besitzer der 
Heinrichsthaler Fabrik in Lettowitz, 10 Blätter photographischer Abbildungen der Erzeug- 
nisse dieser Fabrik. 
(Ausstellung des Museums In Paris.) Von den Gegenständen, welche das Mu- 
seum in Paris zur Ausstellung bringt, ist ein Verzeichniss in deutscher und französischer 
Sprache abgefasst und in Druck gelegt worden, welchem eine kurze Uebersicht über das 
System der Anstalt und deren bisherige Thätigkeit vorangeschickt ist. 
(Neu ausgestellte Gegenstände.) Am 13. März: Ein Thee-Service von chi- 
nesischem Porcellan mit Montirung von Gold und Email, Eigenthum des Herrn Grafen 
Waldstein; ein Landschaftsbild von Mnrko, Eigenthum des Herrn Baron von Metz- 
burg; eine Porcellanschale und ein Trauring, bezeichnet "Martino Luthero", Eigenthum 
der Frau Krug von Nidda; zwei Miniaturportraits aus dem Besitze des Herrn Grafen 
Marasse; eine Schale mit Reliefs von Terracotta, venetianisch, 16. Jahrh., Eigenthum des 
Herrn Adamberger; die Krümmung eines Pastorale aus Bronze mit Email. 12. Jahrlm, 
Eigenthum des Stiftes St. Peter in Salzburg; ein Belief aus dem 12. Jahrhundert und 
ein Reissaltiirchen mit Darstellungen aus der Passionsgeschicbte in vergoldetem Silber und 
Email, 15. Jahrln, Eigenthum des Domschatzes in Salzburg; endlich die fünfte Serie 
der fir die Pariser Ausstellung bestimmten Glasgegenstände der Finna J, ä L. Lobmeyr 
und ein Teppich aus Tuchmosaik, verfertigt von Franz Pekare k. - Zugleich wurde eine 
Collection von gewebten Stoßen und Stickereien aus der Stotfmustersarnmlung des Museums 
ausgestellt, welche zur Illustration der Vorlesungen des Custos J. Falke über Geschichte 
der Weberei und Stickerei dienen. 
Am 16. März: Gothische Monstranze von vergoldetem Silber, nach der Zeichnung 
des Dombauxneisters Friedr. Schmidt ausgeführt von Anton Rasek. bestimmt für die 
Pariser Ausstellung; Aquarelle nach Gemälden im Belvedere von Alexander Kaiser; Büste 
des Herzogs K. W. Ferdinand von Braunschweig und 2 Portraitreliefs vom Bildhauer 
Pönninger; Fnhnenband aus der Kunstanstalt von Carl Giani, 
Am 22. März: Eine neue, die sechste. Serie der für die Pariser Ausstellung be- 
stimmten Glasgegenstäude von J. ä L. Lobmeyr; neue Glasarbeiten aus der Fabrik von 
H. Ullrich; ein Christuskopf, Relief in Marmor, componirt und gearbeitet von Ariel 
Grafen v. d. Recke-Volmerstein; Ohrgehänge von Gold mit Email, etrnskisch; Skizzen 
aus Griechenland und Italien vom Landschnftsmaler Hoffmann; lpbigenie auf Tauris, 
Oelgemälde von Karl Schiinbrunner in Rom; „Santa conversazione" (Maria mit dem 
Kinds. St. Markus und Sta. Katharina), Oclgemiilde von Fr. Staudinger, ausgeüihrt mit 
Unterstützung des Staatsuiinistcriuins; die Kclossaliigur des heil. lilasius in Sandstein, für
	        

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