MAK

Inhaltsverzeichnis: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 1)

 
Zimrnerausstattungen modern-engli- 
schen Gepräges die Aufmerksam- 
keit: ein vornehmer und anheimeln- 
der Speisesaal und ein in der 
Gesammtstimmung ungemein behag- 
liches Herrenzimmer. Der erstere 
Raum weist Vertäfelungen in roth- 
gebeiztem, in der Maserung leicht 
bronzirtem Rustenholz und bequeme, 
gut geformte Lederstühle auf, deren 
rothe Farbe aber vielleicht nicht ganz 
mit dem rothen Ton des Holzwerkes 
zusammenstimmen will. Im Herren- 
zimmer erfreut neben der sehr glück- 
lichen Gestaltung und Ausschmückung 
des in Breche sanguine ausgeführten 
Kamins vor allen Dingen die unge- 
meine Zweckmässigkeit der Mobiliar- 
gruppirung, der gediegenen Wuch- 
tigkeit und Schlichtheit der Einzel- 
formen und insbesondere der Zwei- 
theilung des überaus gelungenen 
Beleuchtungskörpers, durch die 
sowohl eine allgemeine Decken- 
Rudolf Hammel. Schrank, ausgeführt von Hans Pacher beleuchtung als eine Concentrirung 
des Lichtes auf das unter dem Luster 
aufgestellte Etablissement ermöglicht wird. Reizend wirkt über der Fenster- 
wand ein flach modellirter Fries, der in alterthümelnder Zeichnung eine 
Ansicht von Alt-Wien zeigt. Weniger glücklich erscheint dagegen der 
gipserne Pflanzenschmuck, der die beiden gegenüberliegenden breiten 
Wandnischen umsäumt: man möchte ihn mit versteinerten, monumentali- 
sirten „Makart-Bouquets" vergleichen. 
Das I-Ierrenschlafzimmer der Collectivausstellung, das gute Möbel 
im Sheratonstile neben einem ausgezeichneten Messingbett und einer 
flott-modernen Wandbespannung vorführt, verdient in seiner Eleganz, 
Wohnlichkeit und Zweckmässigkeit ebenso zu den besten aller ausgestellten 
Wohnräume gezählt zu werden, wie das Badezimmer und die Damen- 
garderobe, die diese Abtheilung der Winterausstellung abschliessen. 
Der Nordtract des ersten Stockes enthält neben dem bereits erwähnten 
Schönthalefschen Rococoschlafzimmer und einem Raume, in dem die 
Erzeugnisse der Laibacher Kunstwebeanstalt vereinigt sind, sechs voll- 
ständig ausgestattete Interieurs. Das erste von S. Oppenheim, nach Entwürfen 
der beiden hochbegabten Schüler der Kunstgewerbeschule des Oster- 
reichischen Museums, E. Puchinger und O. Prutscher, ausgeführt, bezeugt
	        

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