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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1868 / 29)

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liche Räumlichkeiten des Museums in allen Geschossen durch die einzige Eingangs- 
thiire von der Ringstrasse aus betreten werden müssen, das Museum somit mit einer ein- 
zigen Thüre verschlossen erscheint. Die übrigen Theile des Souterrains sind aus ökono- 
mischen Gründen und nachdem der griisste Theil nicht entsprechend beleuchtet werden 
könnte, gar nicht ausgehoben in Antrag gebracht; hingegen ist unter allen Fussböden des 
Erdgeschosses in den niehtausgehobenen Theilen ein ventilirbarer Luhraum geschaden und 
dienen die minder tief fundirten Pfeiler unter denselben zugleich dazu, um ein solides Anf- 
lager für die Canäle der Luftheizung zu gewinnen. 
In dem Souterrain ist, u. z. an der Rückseite des Mitteltractes eine Dienerwohnung 
aus zwei Piecen bestehend, proponirt und dürfte sich der gewählte Platz auch aus Rück- 
sichten für die Sicherheit sehr empfehlen. 
Für die Beheizung war anfangs das System der Wasssrheizung särnmtlicher Lo- 
calitäten (ausser Wohnungen und Bureaux) beantragt; die Höhe der Kosten wird jedoch 
die Aufgebung dieses Projectes herbeiführen und die Einrichtung von Luftheizungen ent- 
scheidend in die Wagschale fallen. 
Für besondere Ventilation wird nur in den Schullocalitäten und im grossen 
Vorlesesaal Bedacht zu nehmen sein. 
Bezüglich der Feuersicherhait ist in erster Reihe die isolirte Lage des Gebäudes 
hervorzuheben, so dass ein, durch Nachbargebäude entstehender Brand in dem Museum 
absolut unmöglich ist. Bei der g-rossen Ausdehnung des Gebäudes ist ferner eine feuer- 
sichere Abscbliessung der einzelnen Tracte unbedingt nothwendig und es ist für eine voll- 
kommene Trennung in iiinf Partien, welche auch bis über das Dach hinaus durch Brand- 
mauern erfolgt, Vorsorge getroden. 
Diesen Abtheilnngen gemliss sind auch die Wasserreservoirs auf den Dachböden 
aufznsteilen und in allen Geschossen eine zweckmässige Vertheilung von Feuerwechselu 
vorzunehmen. 
Der Verschluss der Erdgeschossfenster mit eisernen Balken, sowie von sämmt- 
lichen Sälen mittelst eiserner Thüren macht insbesondere die gewölbten Säle vollkommen 
feuersicber. 
Die Canalisirung des Gebäudes, sowie die Wasserabzugcanüle ivereinigen sich 
in einem unter dem linken Flügel geführten Hauptcanale, welcher auf die kurze Distanz 
von wenigen Klaüern in den Gholeracanal geführt wird. 
In constructiver Hinsicht ist nur wenig mehr beizufügen. Wie schon Eingangs 
erwähnt, hat die möglichst hillige Constructionsweise auch bei der Grundanlage bestimmend 
mitgewirkt. Auf einer verbauten Grundfläche von 987 Quadratklafter sind 
694 Quadratklafter benützbare Bodeniiäche für Ausstellung gewonnen. Ueberdies ist in 
demselben Geschosse ein Vestihule von . . . . .. 30 Quadratklaßaer, 
eine Portzierswohnung von (ohne Treppe). 7 „ 7 Fuss, 4 Zoll, 
2 Bureaux von . . . . . . . .. . I8 „ 4 '„ 5 „ 
Treppenaborte von. . .. 52 „ 
angeordnet, woraus sich ergibt, dass nur circa 180 Quadratklafter der verbauten Fläche 
für Manerwerk, 810 Quadratklaher wirklich benützbare Fläche gewonnen werden, ein Ver- 
hältniss, welches vollkommen zu Gunsten der oben angeführten ökonomischen Rücksichten 
in die Wagschale fiillt und zu dem Ende wohl hervorgehoben zu werden verdient. 
Wie die Anlage selbst, so ist auch die Constrnction durchgehend: höchst einfach, 
natürlich und billig. Mit Ausnahme des Säulenhofes, des einzigen constrnctiv wich- 
tigen Bautheiles, ist die Herstellung der Wände und Decken in allen anderen Räumlich- 
keiten durchwegs in die Kategorie der ganz Jgewühnlichen Constructionen zu zählen. 
Alles Msnerwerk aus Ziegeln mit Ausschluss jeder Steinconstruction. Die Seitentracte der 
Liingendügel im Erdgeschosse mit Tonnen eingewölbt; die grossen Mittelsiile dieser Flügel 
haben doppelte Glasdecken für die Deckenbeleuchtung, beide aus Walzeisen hergestellt, 
unter sich und mit dem übrigen Dachgespärre innig verbunden. 
Auf eine Ausstattung des Inneren ist in dem Projecte nicht Rücksicht genom- 
men. Es dürfte jedoch mit Bezug auf den Zweck dieser Räume diese Ausstattung überhaupt 
nur sehr einfach sein. da eine günstige Totalwirkung vorzüglich von dem Arrangement der 
Ausstellungsobjecte abhängen wird, und bezüglich der Räumlichkeiten selbst der Schwer- 
punkt in einer einfachen aber wirksamen architektonischen Gliederung in den Hauptver- 
hältnissen der Wände und der Lichtöifnungen und in zweckmässiger Beleuchtung zu legen 
sein wird Ausser den Sälen, welche bestimmte Gruppen der Ansstellungsobjecte aufzu- 
nehmen bestimmt sind, wird auch der grosse Hof, die Gallerie des ersten Btockes, sowie 
das Treppenhaus durch figurale und architektonische Plastik als Ausstellungsobjecte ganz 
wirkungsvoll belebt werden können und jede andere nur einigermassen pretentiöse Ausstat- 
tung wäre zum Nachtheile der Ausstellungsgegenstiinde angewendet, könnte auch nur all- 
zu leicht stylistische Contiicte hervorrufen. 

	        

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