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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1868 / 30)

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das Museum den Wunsch aussprechen, dass dieselben ffrr dortige Schulen, 
als Vorlagen für den Zeichenunterricht, wozu dieselben vortreiilich ge- 
eignet sind und von Privaten als Zimmerschmuck angekauft, und der Rück- 
trausport dieser so gebrechlichen Objecte mithin möglichst vermindert 
werde. Auch von den Photographien, welche das Museum nach ausge- 
zeichneten alten Kunstindustrie-Gegenständen und nach Handzeichnungen 
berühmter Meister anfertigen lässt und welche wegen der Schönheit der 
Originale und der Vortrefilichkeit der Reproduetion allgemeinen Beifall 
finden, wird ein Exemplar bei der Reichenberger Ausstellung zur Ansicht 
und eventuellen Erwerbung aufliegen. 
Ausser den genannten Objecten würde eine Suite der Prachtobjecte 
zur Ausstellung kommen, welche Herr Baron Liehig im verilossenen 
Jahre dem Museum zum Geschenke gemacht hat. 
Sollte die Handelskammer es iiir sehr wichtig und erspriesslich 
halten, dass noch irgend ein anderer Industriezweig durch Vorführung 
von guten alten Mustern oder von modernen Erzeugnissen in dieser Aus- 
stellung von Seite des Museums eine besondere Pflege finde, so wird um 
die Eröffnung derartiger -- möglichst detaillirter - Wünsche gebeten. 
Einen besonderen Werth würde es nach Ansicht der Direetion 
haben, wenn die grossen Adeligen, welche in dem dortigen Bezirke 
Schlösser und Kunstsammlungen besitzen, sich zur leihweisen Ueberlas- 
sung einzelner Gegenstände für die Dauer und den Zweck der Ausstel- 
lung herbeilassen würden. In dieser Beziehung würde es von Wichtig- 
keit sein, die Namen derjenigen Mitglieder des Hochadels, welche in der 
Umgegend von Reichenberg Schlösser mit Kunstsammlungen besitzen, in 
Erfahrung zu bringen und die Directicn des Museums würde sodann selbst 
im Laufe des Uonates April, nach vorher schriftlich eingeholter Erlaubniss, 
die betreffenden Schlösser bereisen und jene Gegenstände auswählen, welche 
für den Zweck der Ausstellung besonders interessant erscheinen würden. 
Von vorzüglicher Bedeutung wäre es endlich, mit dieser Ausstel- 
lung von Museums-Gegenständen und von älteren Original-Kunst- und 
Kunstindustrie-Gegenständen eine möglichst reichhaltige Ausstellung mo- 
derner Erzeugnisse des Reichenberger Bezirkes auf dem Gebiete der 
Kunstindustrie verbinden zu können und namentlich in dieser Richtung 
wird der Erfolg der Ausstellung vorzugsweise von der Verwendung der 
Kammer und des in Reichenberg einzusetzenden Local-Comitrifs abhängen. 
Nachdem sich zahlreiche Industrielle, namentlich mehrere Glas- 
fabrikanten von Haida und Steinschönau selbst schon im Jahre 1865 an 
der in Leitmeritz abgehaltenen Filial-Ausstellung des Museums hetheiligt 
haben, so dürfte deren Mitwirkung bei einer Ausstellung im Mittelpunkte 
des Industriebezirkes mit Zuversicht zu erwarten sein.
	        

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