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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1868 / 33)

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Benvenuto Cellini. Die zwei kleinen hier genannten köstlichen Werke 
von Moderno würden allein schon genügen, diesem einen ersten Rang 
unter Seinesgleichen zu sichern. 
Haben wir bis jetzt einige Nummern einer näheren Betrachtung 
unterzogen, so erübrigt doch noch eine Menge anderer, die der speciellen 
Aufführung in nicht geringerem Masse werth wären, doch müssen wir es 
hier bei der einfachen Einweisung genügen lassen, und so wollen wir 
als bedeutende Renaissancewerke des 16. Jahrhunderts noch den stäh- 
lernen, getriebenen und ciselirten Schild (Nr. 26), den Helm Karl V. 
(Nr. 27), den Krystallpocal des deutschen Ordensschatzes (Nr. 47), das 
Reliefporträt (Nr. 49) und die Sauciere (Nr. 23) nennen. Die Gold- 
schmiedekunst des 17. Jahrhunderts ist durch das schöne Waschbecken 
(Nr. 43), durch die charakteristische, als Trinkbecher benützbare Reiter- 
statue Gustav Adolpb's (Nr. 22) als Hnnptgegcnstände, und durch einige 
kleinere Arbeiten repräsentirt. Hierher gehört auch die Reiterpistole 
(Nr. 37), die wir nicht unerwähnt lassen können. Sie ist ein hübsches 
Werk ihrer Art mit getriebenen, reich verzierten Silberplatten bedeckt. 
Die galvanoplastische Copirung ist bei ihr völlig bis zur Täuschung ge- 
lungen, so dass es wirklich der Untersuchung bedarf, um sich zu verge- 
wissern, dass man nicht die wirkliche Waffe, sondern nur eine Nachahmung 
ihrer äusseren Form vor sich hat. 
Ueber eine antike Terracotta-Hohlform in der keramischen 
Sammlung des österr. Museums. 
F. L-n. Der in Rom weileude Archäologe R. Bergau veröffentlichte 
kürzlich eine kleine Brochüre in italienischer Sprache, die nebst einer 
andern Abhandlung auch eine Besprechung einer antiken Terracotta, die 
vor einiger Zeit von Seite des Museums in Rom acquirirt wurde. ent- 
hält. Diese Terracotta ist eine Gussform für Stuck oder Thon, die zur 
Formung eines decorativen dorischen Säulengebälkstückes (Karniesses) 
diente. Aufgefunden wurde sie in Palestrina. Wir lassen hier das Haupt- 
sächlichste aus Bergalfs Abhandlung in der Uebersetzung folgen: 
"Das Karniess ist sehr interessant, da es ein Monument der national- 
lateinischen Kunst ist und ohne Zweifel einer frühen Zeit angehört, aus 
der wir nur wenige Ueberreste haben. Die alten Etrusker waren sehr 
erfahren in der Behandlung der Terracotta. und fertigten daraus grossc 
Arbeiten lange vor den Römerzeiten. Die Cultur der Etrusker war durch 
die Griechen beeinBusst und gefördert und dadurch wurden die Kunst- 
formen der Lateiner verändert und veredelt. Die Lateiner aber, denen 
jenes feine Gefühl für Formenschönheit abging, konnten diese nicht in 
gleicher Weise erfassen und beim Copireu und Nachahmen griechischer
	        

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