MAK

Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 47)

486 
11.-15. Prof. Dr. Schäffle: Die heutigen Gegensätze in Lohnarbeit 
und Oapital vom national-ökonomischen Smndpuncte. 
16. u. 17. Prof. Dr. v. Lützow: Fortsetzung der kunsthistorischen Vorträge. 
18. Prof. Dr. Exln er. Die Kunsttischlerei vom technologischen Gesichts- 
puncte. 
Die Kunstindustrie auf der internationalen Industrie-Ausstellung 
zu Amsterdam 1869. 
Das Programm der ganzen Amsterdamer Ausstellung ist derart, dass kunstgewerb- 
liche Ohjecte auf derselben keinen Platz linden. - Brieiliche Mittheilungen, die wir aus 
Amsterdam erhalten, zeigen, dass man sich so viel wie möglich an den ursprünglichen 
Plan der Ausstellung gehalten hat. Es haben daher Luxusgegensfände sich nur ganz ver- 
einzelt eingeschlichen, am meisten bei Kleidungsstücken undManufacten, bezüglich welcher 
leider von Seite Frankreichs, Oesterreichs und anderer Staaten der Zweck der Ausstel- 
lung ausser Acht gelassen wurde. 
Die Abtheilung der Bildungsmittel füllt einen ganzen Saal aus. Allein die dort aus- 
gestellten Ohjecte sind fast ausschliesslich Schularbeiten, von den verschiedenen Gewerbe- 
lUuterrichtsanstaltnn Hollands herrührend. Au Modellen und Vorlagen für den Zeichen- 
unterricht ist nur wenig und meist längst Bekanntes vorhanden. - Wir verdanken der 
Mittheilung des Herrn Dr. Sax susser der Zusendung des Ausstellungs-Katnloges auch 
die eines Berichtes über die Mittelschulen Hollands, dessen wesentlichen Inhalt wir unseren 
Lesern demnächst mittheilen werden. 
Die Amsterdamer Ausstellung ist daher Sir die Zwecke des österr. Museums ohne 
jede Bedeutung. Leider kann man auch die Bemerkung nicht unterdrücken, dass auch der 
eigentliche Zweck derselben, Förderung der socialen Tendenzen, welcher dem Plane zu 
Grunde lag, nur sehr unvollkommen erreicht wurde. 
Wenn man jedoch von der Ausstellung ahsehend die Strsssen Amsterdams durch- 
wanden, so drängt sich die Ueberzeugung auf, dass diese insoferne eine Absatzqnelle für 
österreichische kunstgewerhliche Erzeugnisse bieten miissteZ als die hier in' den Verkaufs- 
läden zur Schau gestellten Luxus- und Galanterie -_Artikel einerseits einen Mangel an 
Formeu- und Farbensinn seitens ihrer Erzeuger, andererseits wieder ihren Pariser Ursprung 
erkennen lassen. 
Billige und gute österreichische Artikel würden hier wohl einen guten Absatz 
finden. Es mangeln nur, wie in vielen anderen Prodnctionszweigen, die Beziehungen zwi- 
schen beiden Ländern. In dieser Hinsicht dürße die Ausstellung nicht ohne merkliche 
Folgen bleiben, Dank dem Umstande, dass Oesterreich durch die rasche Vollendung seiner 
Abtheilnng sowie durch gelungenes Arrangement die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich 
gezogen hat. 
Kleinere Mittheilungen. 
(Besuch des Museums.) Die Anstalt wurde im Maus: Juli von 6698 Personen 
besucht. Die Durchschuittsziifer der Frequenz in diesem Monat beträgt in den Jahren 
1865-1869: 7044. Die Gessmmtzuhl der Besucher des Museums bis Ende Juli 1869 
betrug 558.273 Personen. 
(Neu ausgestellte Gegenstände.) Am 16. Juli: Das Modell zui-Fnqade eines 
Hauses des Herrn Sectionschefs A. R. v. Wehli, entworfen vom Buuruth Zettl, sus- 
geflihrt vom Bildhauer J. Dollischek; - eine Suite von Geräthen in Alt-Sävre- und 
Minen-Porzellan aus dem Besitze des s. h. Hofes; - Gy-pssbgiisse nach Blatt-Ornamenten 
ausgeführt von Bofiuger in Stuttgart; - die Vicwris, die Medusenmsslxs und der Kopf 
eines jungen Mannes nach den Originalen des Museums zu Csssel; - kirchliche Kunst- 
stickereien aus der Fabrik des Herrn Uffeulfeimer in Innsbruck. 
Am 22. Juli: Eine Suite von deuisehen Möbeln aus dem 17. Jnbrh.; - Gyps- 
sbgüsse des Appollino und des Hundes aus der Vorhalle der UHizien in Florenz; - Terra- 
colten und moderne Fsyencen aus der Fabrik Ginori zu Doccin bei Fluren. ' 
Am 27. Juli: Eine kleine gestickte Portiäre, orientalisch, ein Elfsnheinkßstchen 
und ein türkisches Kästchen mit eingelegter Arbeit, Eigeuthum des Grafen R. Hoyos; _ 
itulien. Relief in Bronze vom Jahre 1400, Eigontbmn des Herrn Udinu in Venedig; -
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.