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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 22)

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Zeit eröEnet wurden, haben dieselben doch schon einen sehr grossen 
Absatz und wegen der Reinheit des Stiles einen sehr guten Ruf. Auch 
in Brüssel, Antwerpen und Tournhaut haben sich Ateliers für kirchliche 
Einrichtungsstücke etablirt. 
Luxusmöbel werden in Belgien sehr viele und sehr gute gear- 
beitet und wie die Ziffern nachweisen, ist der Export der Luxusmöbel, 
der vorzugsweise nach Holland, England, Frankreich und Preussen geht, 
ein sehr bedeutender; doch muss bemerkt werden, dass von Frankreich 
um 100.000 Frcs. mehr Luxusmöheln nach Belgien eingeführt als von 
Belgien nach Frankreich ausgeführt werden. Die nachfolgenden Zlifern 
repräsentiren den Werth des Verkehrs in den letzten Jahren: 
Einfuhr Ausfuhr i 
1864: 395.256 Frcs. 1369319 Frcs. 
1865: 443.512 „ 1,490.709 „ 
Die „Ilicole imperiale speciale de Dessin et de Mathematiques 
pour Papplication des Beaux-Arts et l'Industrie" in Paris. 
Für diejenigen, welche Iudustrie- und Volkszeichenschulen ihre Auf- 
merksamkeit zuwenden, dürfte von einigem Interesse sein, die Organisation 
jener Schulen in Paris genauer kennen zu lernen, welche die Aufgabe 
haben, den Zeichenunterricht als solchen zu püegen. In diesen Schulen, 
deren es in Paris fünf gibt, wird nichts anderes gelehrt, als das, was zum 
Unter-richte im Zeichnen und Modelliren gehört. 
Diese Schulen haben einen Tages- und einen Abendunterricht. In 
dem Tagesunterrichte wird nichts anderes gelehrt als Geometrie, 
Trigonometrie, Arithmetik, Perspective, geometrisches Zeichnen, und 
ausserdem als Hauptgegenstand Zeichnen nach Vorlagen, nach Pflanzen, 
Ornamenten und Figuren und für diejenigen, welche sich der Bildhauerei 
widmen wollen, Modelliren nach Vorlagen und nach der Natur. In dem 
Abendunterrichte werden dieselben Gegenstände gelehrt mit Hinzu- 
fügung der Elemente der Archifectur und Anatomie. 
Um zum Tagesunterrichte zugelassen zu werden, muss der 
Schüler mindestens 9 Jahre alt sein und es wird nichts weiter verlangt, 
als dass er lesen und schreiben kann. Um an dem Ahendunterricht 
theilnehmen zu können, muss der Schüler älter als 15 Jahre sein; es 
werden nur jene zugelassen, welche in den Vormittagsstunden bei irgend 
einem Handwerker arbeiten, die also nach den Gewohnheiten des fran- 
zösischen Arbeiters von 7 Uhr früh bis 7 Uhr Abends in einem Atelier 
als Tischler, Schlosser, ManuEactur-Zeichner, Bildsehnitzer u. s. f. be- 
schaftlgt sind.
	        
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