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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 22)

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Die Stundeneintheilung in diesen Schulen ist folgende: 
Tngesnnterricht. 
Montag: Geometrie, Trigonometrie, Perspective, Arithmetik, geo- 
metrisches Zeichnen. 
Dienstag: Zeichnen; Zeichnen nach Püanzen. 
Mittwoch: Zeichnen; Zeichnen nach Thieren. 
Donnerstag: Geometrie und geometrisches Zeichnen wie Montag. 
Freitagz-Zeichnen; Zeichnen nach der Figur und nach dem Ge- 
dächtniss. 
Samstag: Zeichnen; Zeichnen nach Ornamenten. 
Jeden Tag wird in getrennten Sälen gearbeitet: Bildhauerei, Zeichnen 
nach der Natur und nach dem Runden. 
Abendnnterricht. 
Montag: Vom October bis Jänner Arithmetik, vom Jänner bis 
August Geometrie, jeden Tag zugleich geometrisches Zeichnen. 
Dienstag: das ganze Jahr hindurch Architectur, in: Februar und 
April Anatomie. 
Mittwoch: Figurenzeichnen, Zeichnen nach Thieren, Composition 
von Ornamenten. 
Donnerstag: wie Montag. 
Freitag: wie Dienstag. 
Samstag: Zeichnen der Pflanzen, der Ornamente und Composition 
von Ornamenten. 
Für Schüler der Xylographie jeden Tag durch 8 Stunden Unterricht 
im Xylographiren, im Zeichnen für Xylographie und in allem, was sich 
auf Xylographie bezieht. 
Die Kunstindustxie Spaniens in der Pariser Ausstellung. 
J. F. Wenn wir der heutigen Isolirtheit Spaniens gedenken und so vieler alther- 
gebrachter Sitten und Gebräuche, die noch im Lande lebendig sind, wenn wir gar damit 
die mittelalterlichen Zustände Spaniens zusammenstellen, die lange Herrschaft der Araber 
und ihre hohe und eigenthümliche Cultur, so erwarten wir gewiss auch auf dem Gebiet 
der Kunstindustrie viel Eigenthiimliehes zu sehen und namentlich noch viele Anklänge an 
die altorientalische Kunst zu finden, denn diese dehnte sich ja einst weitaus über den 
grössten Theil Spaniens aus. Die Cultur der Araber hatte aus diesem nun grösstentheils 
verödeten und trockenen Lande einen lachenden Garten geschaßen, der von zahllosen Ca- 
nälen, Bächen und Brunnen mit Hilfe des Fleisses und der Kunst ausgiebig bewiissert war; 
eine hoch ausgebildete Kunstindustrie breitete sich über das Land hin, Schritt haltend mit 
der entsprechenden Naturproduction, zum Theil so dicht gesiiet, dass schwerlich heute 
die dichtbevölkertsten Indnstriebezirke des modernen Europa ihnen gleich kommen. Die 
Schilderungen arabischer Schriftsteller klingen fabelhaft und doch müssen wir ihnen Glauben 
schenken, wenn wir nur die wenigen noch erhaltenen Beste der arabischen Kunst in Se- 
villa, Cordova und Grenada, die Ruinen ihrer Wasserleitungen, die Ueherhleibsel ihrer Be- 
wässernngssysteme, die Anlagen ihrer hlnmendnßenden Felsengärten, die von den kühlen- 
den Schneegewässern durehrauscht und iiberiluthet waren, betrachten. 
In der Erwartung aber, davon noch in der modernen Knnstindustrie Spaniens die 
Ueberreste zu finden, werden wir auf der Pariser Ausstellung gründlich getäuscht. Ein 
pur Jahrhunderte liegen dazwischen, die allerdings die Zeiten und die Namen von Murillo
	        

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