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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 68)

.38. MITTHEILUNGEN wg"- 
Seohster Jahrgang. de; 15. Mai 1871. 
k. k. österr. Museums für Kunst 81 Industrie. 
(Monatschrift für Kunst 8a Kunstgewerbe.) 
(Am I5. eines jeden Monats erscheint eine Nummer. -- Abonnementspreis per Jahr 3 d. iiW. 
Redsctcnr Bruno lluehsr. Expedition von C. Gerold's Sohn. Man abcnnirt im Museum, 
bei Gerold Kt Comp., durch die Postsustelben, sowie durch alle Buch- und Kunsthandlungen.) 
u. nur: m. Dlrnruuntellung im 0mm. lluunm. - Ausstellung wulhllcllr Arbeiten hallen: n. Florenz. 
- Bltcher-Revul. Journal -Revue. - Kleinen Miltheiltlngen. - Beilage: Jlhrcsberlcht der 
msummt zur Förderung a: Kunstguurbexchule a" x. k. 0mm. Museum! pro usw. 
Die Dürerausstellung im Oesterreichischen Museum. 
In den ersten Maitagen hat das Qesterreichische Museum eine ex- 
ceptionelle Ausstellung in seinen Räumen veranstaltet, welche durch ein 
Ereigniss, das in diesen Monat fällt, hervorgerufen wurde. Es ist das 
vierhundertjährige Jubiläum der Geburt des grossen deutschen Malers 
Albrecht Dürer, welcher am 20. Mai des Jahres 1471 zu Nürnberg 
das Licht der Welt erblickte. Obwohl die weittragende Bedeutung dieses 
Künstlers, der einen Wendepunkt in der Geschichte der deutschen Kunst 
bezeichnet, nur von dem mit der Kunst und ihrer Entwicklung näher 
Vertrauten gewürdigt werden kann, so ist doch sein Name trotz aller 
Wandlungen des Geschmackes wie der eines Heroen in deutschen Lan- 
den fort und fort populär geblieben. Eine Feier seines Jubiläums ist da- 
her nicht mehr als billig und darf auf Anklang in den weitesten Kreisen 
rechnen. Ohne Zweifel werden auch viele Städte, in denen die Kunst 
beute eine Heimat gefunden hat, diesen Tag nicht ohne eine festliche 
Erinnerung an den grossen Meister vorübergehen lassen. Leider hat sich 
Nürnberg, das vor allem zu grossartiger Feier berechtigt und verpflichtet 
wäre, durch die Ungunst der Zeiten verleiten lassen, seine Vorbereitun- 
gen wieder aufzugeben oder auf ein bescheideneres Muss zurückzuführen 
Nächst Nürnberg fallt insofern die meiste Verpflichtung auf Wien, 
als es die Stadt ist, welche jetzt die meisten und bedeutendsten Werke 
des Meisters enthält. In diesem Gedanken hat es die Direction des Oesterr. 
Museums in die Hand genommen, das Andenken Albrecht Dürer's in ge- 
eigneter Weise zu feiern. Schon im vorigen Winter veranlasste sie Herrn 
Dr. Thausing, den Inspectur der Albertinischen Sammlungen, welche 
den unvergleichlichsten Schatz von Dürer's Handzeichnungen enthalten, 
zu einem Cyolui von Vorträgen, welcher in lebendiger und anziehender 
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