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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 70)

Classen, die wir unterschieden haben, eine andere, und in der Besehatfen- 
heit der Glasui-"sowohl, so wie in der Art ihrer Befestigung auf der 
thonigen Masse liegt ein zweiter Hauptunterschied der beiden grossen 
Classen von Waareu. 
Betrachten Sie einmal genau den Scherben eines Tellers von Stein- 
gut oder Fayence neben dem eines von echtem Porcellan, 
Sie sehen sogleich, dass der Fayencescherben einen etwas rauhen, 
matten, kreidigen Bruch hat, seine Begrenzung aber ist glatt und scharf. 
Von dieser kreidigen Masse unterscheiden Sie als äusserste Schichte 
leicht eine glasige geschmolzene Linie oder Umrahmung, die es Ihnen 
bei missrathener Waare vielleicht sogar gelingt mit einem Messer abzu- 
sprengen, die jedenfalls nur auf eine ganz geringe Tiefe in die Masse 
eingedrungen ist, und nicht auf das festeste, untrennbar mit ihr zusam- 
menhängt. Sie atlhärirt ihr nur etwa so wie ein Firniss einem Stück Holz. 
Immerhin aber ist sie völlig geschmolzen", während die Masse selbst nur 
gesintert iSiZ. (Schluss folgt.) 
Bücher-Revue. 
L A. Salvelat, Ueher Decoration von Thonwaaren und Emaillsge. Ans 
dem Dictionneire des arts et mnnufaetures übersetzt und herausgegeben vom k. k. 
Oesterr. Museum für Kunst und Industrie. Wien, bei W. Braurniiller, 1871. 
Die Herausgabe dieser Schritt verdankt das Museum der Muuificenz des Herrn 
O. Edlen v. Bauer, Correspondenten- des Museums in Briinn. Die Leitung der Ueber- 
satzung übernahm Dr. Ludwig. Professor der Chemie an der hiesigen Handelsakademie. 
Diese Broschüre enthält zwei Abhandlungen des berühmten Leiters der chemischen Ateliers 
der Porcellanfabrik in Sevres, Herrn L. A. Salvätat. Die erstere behandelt das ganze 
Gebiet der Verzierung der Thonvraaren vom Standpunkte der Chemie und gibt eine voll- 
ständige Uebersicht der Theorie und der Farben, die hei Farbendecoration auf Thon- 
waaren in Anwendung kommen. 
Die zweite Abhandlung untersucht die Emaillnge vom chemischen Gesichtspunkte, 
gibt in den einleitenden Bemerkungen eine genaue Definition der zu wählenden Ausdrücke, 
und dann ein Verzvichniss aller beim Emailliren in Anwendung kommenden Chemikalien. 
Wir hoden, dass die Uehersetzuug dieser Schrift Chemikern, Thon- und Porcellanfabri- 
kanten, Emaillenrs und Kunsttechnikern von Nutzen sein wird. - Druck und Ausstattung 
sind vollkommen genügend. 
A. Batheau, „Instruction In! In. fortification des villes, hourgs et ehe- 
teaux" par Albert Dürer. Tradnit de Pallemand. (B. K. 1332.) 
Ausser einer anonymen Uebertragung von geringem Werth, welche ISß in Berlin, 
Maurer, berauskam, wurde Diirer's wichtiges Werk von Befestigung der Städte und 
Flecken etc. von Seiten der modernen Kunstliteratur kaum berücksichtigt. Durch Ra- 
theauha Arbeit ist nun das Nachbarland früher dieser Aufgabe gerecht geworden und zwar 
durch eine im Allgemeinen sehr schlitzensvrerthe Leistung. Der Verfasser, cin Fachmann, 
spricht in einer Einleitung mit sorglicher Beniibzung der Literatur über die Geschichte 
des Fortiiicationswesens und theilt auch in den Noten historische und sachliche Erläu- 
terungen mit. Die Ueberselzung ist genau, die beigegebenen Zeichnungen so ziemlich getreu. 
A. Mlchaells, Der Parthenon. Text mit einer Hilfstafel. Leipzig, Druck und Verlag 
von Breitkopf B: Hiirtel, 187i. Dazu ein Band von XV Tafeln in Fol. (B. K. 3150.) 
Dieses dem Andenken Otto Jahnü gewidmete Werk unternimmt es, den Parthenou, 
,den eigentlichen Mittel- und Glanapnnkt der griechischen Kunstgeschichte", in seiner Ge- 
ramuxthait darzustellen, nachdem die Anfräurnnngen auf der Akropolis so weit gefördert
	        

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