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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 74)

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der Masse leicht zu behandeln ist", bei seinem viel geringem Schmelz- 
punkt mit einem weit kleinem Aufwande an Brennmaterial gebrannt 
werden kann, weil es sich wegen der niedrigeren Temperatur des Brandes 
weniger verzieht und nicht viel Ausschuss liefert, weil sich die Bleiglasur 
eben so leicht aufschmelzen lässt, eine Glasur, die noch überdies die 
Aufnahme zarter, oft reizender Farbentöne sehr begünstigt und der Ma- 
lerei {überhaupt eine Tiefe und Durchsiehtigkeit gibt, die auf hartem 
Porcellan kaum erreichbar ist, kurz also, weil es sich leicht und wohlfeil 
herstellen und sehr schön decoriren lässt. 
Trotz seiner geringen Haltbarkeit geniesst es darum in England 
nach einen Vorzug vor dem harten Porcellan, und hat sich bei den rei- 
cheren Classen so eingebürgert, wie bei den ärmeren die Fayence. 
Ich erwähne die Fayence hier noch einmal als den Repräsentanten 
der feinsten Waare aus porösem Thon, im Gegensatz zu dem Poreellan, 
den feinsten Waaren aus durch ein Flussmittel gedichtetem Thon. 
Einzig die erstaunliche Wohlfeilheit dieser Art von Waaren macht, 
dass sie neben dem Porcellan noch ihren Platz behauptet, wenn auch sie 
von demselben durch dieses schon verdrängt werden ist und ihm endlich 
ganz wird das Feld räumen müssen, denn auch diese Wohlfeilheit ist in 
Anbetracht der Gebrechlichkeit und schnellen Abnützung eigentlich nur" 
eine scheinbare. 
Die Wohlfeilheit aber ist bei der Fayence durch dieselben Verhält- 
nisse bedingt, wie bei dem englischen Porcellan, zumal dieselben in der 
F abrieation sich noch günstiger gestalten als bei diesem letztern. 
Grosse Plasticität, daher leichte Form bedeutender Masse, wesent- 
liche Ersparniss an Brennmaterial, da. sie nur bis zum starken Sintern 
gebrannt wird, sehr wenig Ausschuss, weil sie sich bei dieser Temperatur 
in der Form noch nicht verändert, eine bleiische Glasur, die sich, weil 
sie leicht schmilzt, schnell aufbrennt, lauter Vortheile, die ein schnelles 
Arbeiten, eine massenhafte Production bei verhältnissmässig geringen 
Auslagen gestatten. ' (Schluss folgt.) 
Bücher-Revue. 
Boma artlsllca. (B. K. 3142.) 
So betitelt sieh ein neues Knnstjournsl, von dem bisher 4 Hefte ausgegeben 
sind, eine Monatsschrift, geziert mit Illustrationen, lithogrßphisch, phototypiech, und in 
Holzschnitt ausgeführten Tafeln. Als Herausgeber erecbeinen artisti Romnni auf dem 
Titelblatte. Der Text hat bisher die alte und neue Kunst zum Gegenstnuda. Ein Aufsatz 
über Giulio Romano im 1. Hake erhebt sich zwar kaum über den Charakter eines popu- 
lären Extrsctee aus Vnsari, dagegen befriedigen die Artikel: ,Il Palauo del Duca Gu- 
zioli," „Unß Visita notturna nl Museo Varicaxio" und ein Aufsatz über Overbeck. Die 
Tafeln, namentlich die auf pholotypischem Wegs hergestellten, sind sehr gelungen; auch 
scheinen die Vurlageu für Goldschmiednrheiteu besonders empfehlenswerth.
	        

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