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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 74)

Leider ist es dessenungeachtet nicht möglich gewesen, sämmtliche Gegen- 
stände bis zur EröHnung der Ausstellung fertig herzustellen. Die Zahl 
der Arbeiter, welchen die höchsten Aufgaben gestellt werden können, 
ist immerhin eine sehr beschränkte und wo es sich darum handelte, das 
Beste zu geben, musste jede Ueberstürzung vermieden werden. Was aber 
fertig geworden ist, das macht auch der heimischen Kunstindustrie 
alle Ehre. 
Gegenwärtig sind in dem neuen Oesterr. Museum Saal LV. auf- 
gestellt: 
1. Ein Tafelaufsatz, in seinem architektonischen Theile von Prof. 
Josef Storck, im iiguralen Theile von Prof. Otto König componirt. Auf 
breiter Basis erhebt sich ein Ständer, der eine zur Aufnahme von Blumen 
bestimmte Schale trägt. Um den Ständer gruppiren sich Allegorien des 
Land- und Gartenbaues, der Jagd und der Fischerei. Die Fortsetzung 
des Standers trägt als Krönung des Aufbaues einen Knaben, welcher in 
Haltung und Attributen die Freude versinnlicht und mit den Putteniiguren 
am Fusse des Aufsatzes, Musik und Gesang, in Beziehung steht. 
Der Aufsatz ist von Hanuseh in Bronze ausgeführt, versilbert und 
vergoldet und mit Email (von Chadt) verziert. Bei der musterhaften Ci- 
selirung arbeiteten zwei Schüler der Kunstgewerbeschule, Mayer und. 
Schwarz, mit; eusserdern sind Bildhauer Schindler, ferner die Herren 
Hochmuth. Otto, Reisner, Seiden, Teufel und Theimer an dem Pracht- 
werke mitbetbeiligt. 
Diesem Mittelstücke werden sich noch zwei Seitenstücke anschliessen, 
welche Wein und Wasser reprisentiren. 
2. Ein Trink- und Dessertservice aus Krystellglas, entworfen von 
Storck, ausgeführt von L. Lobmeyr. In dem Material, den Formen, der 
Gravirung (von P. Eisert) reihen diese Gefässe sich den schönsten derar- 
tigen Arbeiten aus Bergkrystall an. Die höchst geschmackvollen email- 
lirten Gold- und Silberfassungen gingen aus dem Atelier von Ratzers- 
dorfer hervor. 
3. Ein Tischtuch, entworfen von Storck, ausgeführt von A. Küfferle. 
Es wurde hier zum ersten Mal wieder der Versuch gemacht, das ein- 
tönige Weiss der Tischdecke durch eine farbige - rothe - Bordure zu 
unterbrechen, und er kann als völlig gelungen bezeichnet werden. Auch 
durch ihre Dimensionen, fünf Ellen Breite auf 13 Ellen Länge, hat diese 
Arbeit des Webstuhles Anspruch auf besondere Beachtung. 
4. Ein Scbmuckschrank, im Styl der Cabinete aus der Renaissance- 
zeit von Storck entworfen, mit Figuren von Prof. Ferdinand Laufberger, 
ausgeführt von F. Michel und dessen Arbeiter J. Eder; aussen mit Elfen- 
beineinlagen von Panigl und Schwertner, innen mit eingelegter Holzarbeit, 
gravirt von Bader. 
5. Eine Cassette mit reicher Schnitzarbeit, ebenfalls im Renaissance-
	        
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