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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 83)

Waare, welche zwischen :Fayencen und Porcellanen eine Art Mittelstellung-einnimmt: Wir 
meinen das Wedgwoodgeschirr der berühmten Fabrik Etruria iirßnßlilld, welche In der 
zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine so grosse Rolle spielte und heute ihre alten 
Weisen wieder aufleben lasst. Wir finden ihre verschiedenen Arten: das blaue Glßdil" 
mit weissen Reliefs, des schwarze. das gelbe, rothe u. s. w. Unter diesen Arbeitm sehen 
wir eine Fässern Anzahl österreichischer Imitationen, zumal von der Fabrik von Frei", 
alles altere Arbeiten. Oben ist in diesem Fach noch verschiedenes anderes Thongesehirr 
vereim 
ihr Nr. 16 treten wir den Porcellanen noch naher; esßmhäil 5395 F841 43455541"? 
arbeiten (unglasirtq Porcellan) verschiedener Länder und Fabriken: von Kopenhagen in 
Statuetten Thorwnldsemscher Werke, von Schweden (Gustavsberg) in Blumenkbrbßn von 
der allqrzartesten, fast unbegreiilichen Ausführung, von Fuiglandiin gelblichen, so nannten 
Rarianstpif, von der Wiener Fabrik; auch einige spanische Bisqlmßrbgiten sind bu- 
In Nr. i7 beginnt das europiische Porcellan natürlich mit Metssen, wo dIE-FIÜII" 
dung oder yieiiuehr die erste Fabrication stattfand. Dae ganze Fach ist nur mit Meilsner 
Arbeiten angeßiillt, an denen wir so ziemlich ihre verschiedenen Charakterzüge nach 
Epochen und Arten verfolgen können. 
Nr. 18 ist Sainmelkasten; er enthält die Arbeiten der übrigen europäischen 
Fabriken mit Ausnahme der französischen, welche in dem folgenden Kasten Aufnahme 
gefunden. Der Inhalt von Nr. i8 vertheilt sich auf England (insbesondere auf Minton, auch 
altere Arbeiten), die Berliner und Nyrnphenburger Fahiik und einige anderedeutache. 3115 
Kopenhagen, Doccia, Sevillii, Stockholm. 
Der französische Kasten Nr. 19 enthält eine Reihe treftiicher Arbeiten von Sevres 
verschiedener Epochen, darunter ein Deieuner, welches dem Fürsten Metternich gehörte, 
und ein Caifeeseryice, Eigenthum des Herzogs August von Sachsen-Coburg. Verse "edene 
Teller und zierliche Tassen von Sevres sind sehr beachtenswerth, desgleichen aber auch 
ändere franzöeiche Arbeiten, wie eine ganze Reihe Tassen von Dihl im Geschmack des 
mpire. 
Der folgende Kasten jenseits der Thure zur Rechten (Nr. eo und Nr. zi) ist dem 
orientalischen Pnrcellan gewidmet, d. h. dem von China und Japan, wozu einiges im 
siamesischen Geschmack getreten ist. Viele der hier aufgenommenen Gegtmstande stammen 
von der letzten ostasiatischen Expedition und wurden durch Herrn von Scherzer besorgt. 
Auch die chinesischen Steingutarbeiten (Craquele-Gefasse) sind dem orientalischen Porcellan 
angefügt, sowie die vortrcßllchen Nachahmungen von Fischer in Herend. 
Von den Kasten in der Mine des Saales sind zwei (die beiden äusseren) unfertig, 
weil noch nidit mit Glas geschlossen; der eine ist bestimmt, grdssere Porcellannrbeiten 
aufzunehmen, der andere wird den Arbeiten der Wiener Fabrik. die noch nicht ausgestellt 
sind, gewidmet sein. Des Kastens in der Mitte mit den antiken Gefassen haben wirbereits 
gedacht. Von den zwei anderen grossen Kasten ist der eine vollstindi mit echten italieni- 
schen Majoliken (fast slmrntlich i6. Jahrh.) angefüllt. zu denen nur einige Nachbildungen 
von Ginori in Doccin getreten sind, der andere enthält Erzeugnisse der modernen, in Eng- 
land und Frankreich wieder aufgelebten Mnjolilten- und Fayenee- Industrie. Unter ihnen 
ragen die Nachbildungen der Palissyarbeiten hervor; auch einige Imitationen der Henri- 
deuxAWure sind heachtenswerth. _ 
Der auf Postamenten frei stehenden Terracottnbüsten ist ebenfalls bereits edncht 
worden; viele einzelne Gegenstände, z. B. Arbeiten und Nachbildungen der della obbia, 
haben noch hier und da Aufstellung gefunden, während ln den Ecken dieses grossen Saales 
die Sammlung llterer Ofenkncheln Platz erhielt. Die glasirten Fliesen haben aus Mangl 
an Rauin in den Glassaal hinüber wandern müssen. r 
Puhlloatlouu von lelmnvmngon 
nach eingelegmz Mannorornamenien des Mittelalters und der Renaismnve und nach 
ßrorqeu der Antike und Renaissance. 
Es liegen uns über diesen Gegenmnd folgende zwei Berichte des Herrn Professor 
Val. Teirieh vor, weiche unseren Lesern von hier-esse sein dfxrlten. 
l. Eine Snmmiung einfacher doch mustergihiger Flachornnmente in zwechmissig 
grossem Maßstabe und vorzugsweise bestimmt für den Elementnr-Zeichenunterricht an 
Bürger, Real- und Gewerbeschulen sei Gegenstand dieser Publicuiion. Sie hine gewisser- 
massen eine Vorstufe zu bilden für die Benmzung der vom Gefertigten herausgegebenen 
lnmsiqorgmpenxe, die theilweise, namentlich jene mit fvguralen Demik, vom Sdhürer eine 
gewisse Fertigkeit im Zeichnen verlangen.
	        
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