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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 87)

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auch eröffnet, es werde trotz der schwierigen Lösung der Vermögens- 
fragen im Falle der Auflösung der Genossenschaften nicht ermangeln, der 
gemachten Vorstellung die grösste Aufmerksamkeit zu widmen und au! 
die Erfüllung der vom Landesausschusse ausgesprochenen Wünsche hin- 
zuwirken. 
Was nun die Thätigkeit der Gewerbe- und Fachschulen weiter an- 
belangt, so sei bei dern Umstande, als, wie schon Eingangs gesagt, ihre 
Leitung in die Hände des Landesschulrathes übergegangen ist, hier nur im 
Allgemeinen erwähnt, dass dieselbe sich in erfreulicher Weise gehoben hat. 
An die Fachschule für Weberei in Gumpendorf werden so grosse Er- 
wartungen geknüpft, dass die Commune Wien beschlossen hat, für die- 
selbe einen eigenen Bau auszuführen. An der k. k. Bau- und Maschinen- 
gewerbeschule auf der Wieden wurde eine neue gewerbliche Fortbil- 
dungsschule für dieverwandten Gewerbe eröffnet. Eine neue gewerbliche 
Fortbildungsschule für Mädchen mit besonderer Rücksicht auf Handels- 
wissenschaften wurde in der Leopoldstadt, Czerningasse, eröffnet; eine 
ähnliche Schule tritt soeben in Sechshaus und eine dritte in Hernals 
in Wirksamkeit. 
Dem österreichischen Apothekervereine, welcher aus eigenen 
Mitteln eine wohlausgerüstete Fachschule in Wien errichtet hatte, wurde 
hiefür die Anerkennung des Landesausschusses ausgesprochen. In Betreff 
der Errichtung einer Fachschule für Uhrmacher in Karlstein und einer 
Fachschule für Maschinenbauer in Neustadt werden dem hohen Land- 
tage besondere Anträge vorgelegt werden. (Wr. Ztg.) 
Erößnung der Kunstgowerbaschulo In Graz. 
Das Oesterr. Museum muss die am 17. November erfolgte Eröff- 
nung dieses neugegründeten Institutes mit hoher Freude begrüssen. Geht l 
dadurch doch wieder nach einer Seite hin die Absicht in Erfüllung, 
welche das Museum in principieller Weise bei allen Angelegenheiten des 
gewerblichen Schulwesens von Anfang an geleitet hat. Von jeher ist die 
Tendenz des Oesterr. Museums dahin gerichtet gewesen, dass zur wirk- 
samen Hebung des Zeichnenunterrichtes, soweit er kunstindustrielle Zwecke 
zu verfolgen hat, selbstständige Anstalten, d. h. eigentliche Gewerbe- 
schulen, in's Leben gerufen und mit der Heranbildung des gewerb- 
lichen Unterrichts unabhängig von den Realschulen organisirt werden 
müssen. Ihr Gebiet, ihre Aufgabe ist etwas an sich Abgeschlossenes, 
Besonderes; aus der Vermischung ihrer Principien mit ienen der Real- 
schule kann das Kunstgewerbe keinen Vortheil ziehen. Ein so bedeut- 
sames Gebiet, wie es das Kunsthandwerk heutzutage in seinem wieder- 
auflebenden künstlerischen Charakter ist, bedarf besonderer Pflegestätten, 
ein eigenes Beet, in dem die Keime des Unterrichtes dem Leben und der
	        

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