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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 80)

das-rothcalcinirt ist, gewonnen; da aller Firniss aber salzfrei sein muss, 
so ist vorher nöthig, es "abzudampfen. Gelb macht man mit dem Auri- 
pigment. 
Alle Firnissfarbemwerden erst nach längerer Zeit leuchtend, je älter 
desto feuriger. An der Luft verstärkt sich gleichfalls der Ton derselben. 
Wenn geiirnisste Gegenstände durch zu starke Annäherung an eine 
Flamme Schaden genommen haben, so dass Flecken darauf sichtbar werden, 
so muss man sie dem Thau aussetzen, etc. 
. 
Soweit der Bericht d'lncarville's. Der Tsi-choubaum ist Augia Chi- 
nensis, die öligen Früchte des theeartigen Strauches sind von Vernicia 
montanu. In Japan gewinnt man den so hochgeschätzten Firniss, mit 
dem die dortigen, über die chinesischen gehaltenen, Arbeiten überzogen 
werden, durch Einschnitte in die Rinde des Sumach, Rhus vernix, zur 
Lösung des Harzes dient sodann das Oel von Bignonia tomentosa. 
Eine oft berührte Frage ist die über den Unterschied, welcher ohne 
allen Zweifel zwischen den Vieuxlaques und den gewöhnlichen Stücken 
modern chinesischer Fabrication besteht. 
D'lncarville widmet diesem Punkte eine Notiz im Anfange seines 
Memoire, welche ich hier in Uebersetzung bringe: nDie Ursache des merk- 
baren Unterschiedes, welchen man zwischen Vieuxlacque und modernem 
chinesischenVernis finden-Soweit es sich um das Material handelt, mag 
es wohl geschehen, dass die Chinesen Tong-yeou statt des guten Firnisses 
nehmen. Was aber die Vollendung der Arbeit anbetrifft, so glaube ich, dass 
die Verschiedenheit mehr aus der Sorgfalt, die man bei Fertigung dieser 
Lacques aufgewendet hat, zu erklären sei, als durch eine andere Periode 
ihrer Entstehung. Die Stücke, welche die Europäer in den Häfen kaufen, 
sind ordinäre, mit wenig Sorglichkeit gemachte Waaren. Würden sie mit 
eben jener Aufmerksamkeit vollendet, welclie man hat, wenn für den Kaiser ' 
gearbeitet wird, so hätten die Chinesen, in Folge des Preises, zu welchem 
sie dieselben veräussern müssten, keinen Absatz. Wenn in China Fürsten 
oder Grosse im Besitz von schönen Stücken sind, so sind das für den Kaiser 
gefertigte, die ihnen derselbe zum? Geschenk gemacht hat. Alle für den 
Kaiser gemachten sind nicht zu bekommen, zuweilen aber stehen diese 
schönen Stücke zum Verkauf, wenn ein Grosser durch irgend welchen 
Glückswechsel gezwungen ist, seine Meubles zu verkaufen; gewöhnlich 
aber thun es seine Frau und seine Kinder bei seinem Ableben, um durch 
den Verkauf solcher Kleinode sich Geld zu machen. Hiedurch kommt es, 
dass wirmanchrnal derartige Stücke erlangen, um damit in Europa-Ge- 
schenke zu machenm 
Zu dem hölzernen Körper der Gefässe und Behälter, welche dann 
mit dem "Lacküberzug versehen werden, nimmt man wohlriechende Gat- 
rungen von einheimischen und fremden Bäumen. Selbst der Sarg der 
Chinesen besteht aus diesem Material, namentlich aus Ccdcrnholz, und ent-
	        

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