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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 82)

2. Die Sammlungen zerfallen in vier Hauptgruppen. Die erste 
Gruppe, die Musters ammlung, soll die Gegenstände des Kunstgewerbes 
und der dahin gehörigen Industrie in Originalien, Nachahmungen und 
Gypsabgüssen rnit Heranziehung der zu den Originalien verwendeten Roh- 
stoffe und im Handel vorkommenden Halbfabricate, der Werkzeuge, 
Maschinen und Verfahrungsarten enthalten. Diese Gegenstände werden 
aus all' den Zeiten und von all' den Völkern beigebracht, welche nach- 
ahmungswerthe Beispiele in Bezug auf Form oder Verzierung oder Ver- 
wendung entsprechender Rohmaterialien, oder glücklicher und hervor- 
ragender Technik bieten. 
Die zweite Gruppe soll lediglich Vorlagen, wVorbildei-u in Abbil- 
dungen durch Stich, Radirung, Holzschnitt, Lithographie, Photographie, 
Heliographie, Photolithographie und sonstige Vervielfältigungskunst und 
Zeichnung enthalten und muss namentlich die Gegenstände umfassen, 
welche sich für die erste Gruppe nicht herbeischaffen lassen. Abbildungen 
von Maschinen, Werkzeugen und dergleichen, soweit dieselben nur das 
Technologische berücksichtigen, finden hier keinen Platz, sondern in der 
folgenden Gruppe. Mit dieser Vorbildersammlung steht der Zeichensaal in 
Verbindung, der Gelegenheit bietet, die Sammlung unter sachverständiger 
Leitung zu benützen und zu zeichnen. Auch werden hier Aufträge auf Ent- 
würfe für kunstgewerbliche Arbeiten angenommen, um dieselben durch 
tüchtige Künstler des Landes ausführen zu lassen. 
Die dritte Gruppe umfasst die Büchersammlung und die techno- 
logischen Zeichnungen; mit derselben soll das Lesezimmer verbunden sein. 
Die Büchersammlung oder Bibliothek ist eine vFachbibliotheku und ent- 
hält solche Bücher und Zeitschriften, welche die Zwecke des Museums 
fördern. Es soll namentlich der chemischen und mechanischen Technologie, 
der Anwendung der Kunst und der Wissenschaft im Gewerbe volle Auf- 
merksamkeit geschenkt werden und eine besondere Rücksicht den tech- 
nischen Abbildungen angedeihen. 
Die vierte Gruppe der Sammlungen soll endlich die Modelle von 
s_olchen Maschinen, welche in der ersten Gruppe keinen Platz fanden, 
welche als Motoren der Grossindustrie arbeiten, welche als Werkzeugma- 
schinen in der Grossindustrie Anwendung finden und früher fanden, so- 
wie endlich in Originalen die kleineren Motoren, welche im Gewerbe Ver- 
wendung finden, aufnehmen. 
3. Die Ausstellungen werden sich unterscheiden je nachdem die- 
selben bleibend oder nur vorübergehend angeordnet sind. Die ersteren 
werden zunächst vom Bayerischen Gewerbemuseum nur in Nürnberg ver- 
anstaltet und erst später können auf Grund gemachter Erfahrungen auch 
an anderen Orten solche veranlasst und unterstützt werden. Ihre Veran- 
staltung bezweckt das Bekanntwerden von neuen Erfindungen und Ge- 
werbserzeugnissen, namentlich aber die Möglichkeit eine Uebersicht zu 
bieten von bayerischen Gewerbs- und lndustrieerzeugnissen, welche dem
	        

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