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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 82)

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Handel neben Vorführung der Erzeugnisse auch Bezugsquelle, Preise 
u. s.w. vermittelt. Die vorübergehenden Ausstellungen haben dagegen das 
Ziel zu verfolgen, über den periodischen Stand bestimmter Gewerbs- und 
Industriezweige Aufklärung zu geben oder in Verbindung mit Vorträgen 
durch mustergiltige Erzeugnisse zu belehren; sie werden überall da ver- 
anstaltet, wo sich ein auf Bedürfniss gegründeter Wunsch kundgibt. 
4. Das _Auskunftsbureau ist mit dem Verwaltungsbureau des 
Bayerischen Gewerbemuseums verbunden. Während das letztere den aus- 
gedehntesten Verlfehr mit allen Behörden, Instituten, Lehranstalten, Ver- 
einen und Stiftungen Bayerns, welche Förderung der künstlerischen, 
wissenschaftlichen sowie technischen Vervollkommnung der Gewerbe be- 
zwecken, anknüpfen und unterhalten soll, um im lebendigen Verkehr 
Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln, hat das Anskunftsbureau auf 
alle Anfragen seines Gebietes nach Kräften sachgemässe Auskunft zu 
geben und wird daher bestrebt sein, über seine eigenen Veranstaltungen 
hinaus von ähnlichen Instituten des ln- und Auslandes, von.Männern der 
Wissenschaft, der Kunst, der Technik, von industriellen Anstalten, von 
einzelnen Industriellen und Gewerbsleuten, von officiellen Agenten Mit- 
theilungen, Angaben, Beschreibungen, z. B. über Statistik, Genossen- 
schaften, gewerbliche Gesetzgebung, Patentlisten, Erfindungen, Verfah- 
rungsarten, Preislisten, Proben, Verkehrswege, Bezugsquellen, Absatz- 
wege, Gebräuche, Handelsgewohnheiten u. s. w. zu erlangen und für 
Bayern nutzbar zu machen. Namentlich wird das Bureau ständigen Ver- 
kehr mit der Presse unterhalten und deren Unterstützung für seine Zwecke 
zu erlangen und zu erhalten suchen. Auch ein eigenes Organ soll diesem 
Zwecke dienen. 
5. Die Fachcurse und die Werkstätten sollen neue Erfindungen 
in der gewerblichen Technik, besonders im Gebiete der Kunstindustrie, 
durch eigene Anfertigung einführen oder bestehende nützliche Verfahren 
verbreiten. Für die jeweilig auszuführenden Arbeiten, bezüglich für die 
Einrichtung dieser Werkstätten bleibt das Bedürfniss massgebehd. Das 
Lehren dieser Arbeitsweise geschieht praktisch in den Werkstätten und 
wird unterstützt durch Vorträge, welche die in Anwendung kommenden 
Gesetze der Wissenschaft und Kunst unter Vorzeigen von Experimenten, 
Modellen und Vorlagen in fasslicher Weise behandeln. Vorerst sollen diese 
Fachcurse nur im Gewerbemuseum selbst eingerichtet werden, doch ist nicht 
ausgeschlossen, dass auch an anderen Orten des Landes, wo sich das Be- 
dürfniss zeigt, solche Fachcurse entstehen, denen die nöthigen Maschinen, 
Apparate und Werkzeuge, ja selbst im Museum gebildete Lehrkräfte, vom 
Museum abgegeben werden. Zunächst ist eine Gypsgiesscrei und galvano- 
plastische Anstalt in's Auge gefasst und wird erstere dazu dienen, dem 
Zeichenunterricht entsprechende gewerbliche Modelle zuzuführen.
	        

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