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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1897 / 3)

eine Leuchtkraft von 25 Normalkerzen und sind dieselben mit mattem 
Glase ausgestattet. lm Sitzungssaale wurden -die bereits vorhandenen 
beiden Luster mit je 5 Glühlampen zu 25 Normalkerzen adaptirt. Im 
Vorlesesaale sind an der Decke vertheilt 8 kurzstielige Luster (cuivre poli) 
mit 9 Glühlampen ebenfalls zu je 25 Normalkerzen Lichtstärke und im 
Saal IX fünf bronzirte Luster mit je 4 Glühlampen zu 16 Normalkerzen. 
Dermalen können daher in den fünf Räumen t69 Glühlampen in Benutzung 
genommen werden. Durch eine besondere Leitung wurde Vorsorge ge- 
troffen, dass im Vortragssaale Demonstrationen mit dem elektrisch be- 
leuchteten Skioptikon vorgenommen werden können. 
Neu ausgestellt. lm Siulenhofe sind die dem Museum von Herrn M. Arthur 
Ritter von Schnapper und Frau Emilie von Schnapper leglrten Goldschmiedearbeiten, 
Porzellane und Spitzen ausgestellt; im Saale Vll Lichtdrucke nach dem von Dombau- 
meister Prof. J. C. Raschdortf unter Mitwirkung von Prof. C. Raschdortf entworfenen 
Modell für den Berliner Dombau. 
Besuch des Museums. Die Sammlungen des Museums wurden im Monat 
Februar von 5520, die Bibliothek von 167i, die Vorlesungen von 458 Per- 
sonen besucht. 
Vorlesungen. Am 4. Februar sprach Univcrsitats-Dacent Dr. Rudolf Heberdey 
über die nAusgrabungen in Ephesusa. Die österreichischen Ausgrabungen in Ephesus, 
nach WoocPs Unternehmung 1864-1874 die ersten an dieser uralten Culturstltte. be- 
gannen 1895 mit einer durch die Liheralitat R. F. Mauthner v. Markhofs ermöglichten 
Versuchsgrabung, welche Hofrath Benndorfhnd Geheimrath Dr. Carl Hermann im Mai 
und Juni dieses Jahres durchführten. Während die Arbeiten am Artcmision nur negative 
Resultate lieferten, zeigte sich eine dreiwöchentliche Grabung im Gebiete der lysimachischen 
Stadt, an der Stelle, wo die ltgora zu vermuthen war, so vielversprechend, dass das 
Unternehmen im Frühling t896, diesmal auch mit Unterstützung von Seiten des Staates, 
wieder aufgenommen wurde. ln zwei Campagnen (April-Juni und September-November), 
an deren zweiter außer Hofralh Benndorf und dem Vortragenden auch Professor G. Nie- 
mann und J. Dell als Architekten, Hauptmann A. Schindler für topographische Aufnahmen 
und Dr. W. Reichel als Archaolog sich betheiligten, wurden nach Trockenlegung des 
Terrains durch einen 2 Kilometer langen Entwasserungscanal verschiedene Theile einer 
ausgedehnten viereckigen (Markt-D Anlage aus fruhromischer Zeit aufgedeckt, darunter 
vor Allem ein 16 X 32 Meter messender Prunltaaal mit reicher Marmorincruatation aammt- 
licher Wände und einem bisher einzig dastehenden Fußboden aus kostbaren, geometrische 
Ornamente bildenden Marmorplatten an der Stidseitc, ein funfsauliges Propylaion an der 
Ostfront. Am großen Hafen wurden Quaianlagen bloßgelegt, welche durch den bizarren 
Grundriss besonders architektonisches lntensse bieten, aullerdem ein Theil der 1 Meter 
über der antiken liegenden römischen oder byzantinischen Niederlassung in der Nahe 
der erwähnten Marktanlage. An Einzclfunden sind hervorzuheben: die etwas überleben:- 
große Bronzestatue einea nackten Junglings, wahrscheinlich eines sich salbenden Athleten; 
in Stücken nahezu vollständig gefunden; von besonderer Schönheit ist der untadelhalt 
erhaltene Kopf, der das Werk einem griechischen Künstler nachprsxitelischer Zeit zu- 
weist; die Marmorstatue eines nackten Knaben, der eine gefangene Ente zu Boden drncltt, 
ein dem bekannten Werke des Boethos verwandtes Motiv; zahlreiche Theile eines 
Thymiaterions aus Bronze mit Doppelherrne des Herakles .und der Omphale, an Pom- 
pejanisches erinnernd; zwei Bronzestatuetten, Herakles mit einem Kentauren ltampfend, 
vielleicht zu vorigem gehörig; Fragmente einer Basaltgruppe, dar-stellend eine Sphinx mit 
Lowenleib und mächtigen Flügeln, die sich über einen auf dem Rücken liegenden nackten 
Jüngling gelagert hat; endlich eine Reihe wohlerhaltener ldeal- und Portratltopfe von 
Statuen, deren Körper in Fragmenten vorhanden sind, an deren Zusammensetzung noch 
gearbeitet wird. 
Am lt. Februar hielt Custos Dr. Carl Masner einen Vortrag über -Die modernen 
Bilderbücher und Bilderbogen für die Jugendu.
	        

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