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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1897 / 6)

schwenglichkeit in der Decoration doch der feine, gediegene, allerdings 
einfache Zug ihrer Gesammtwirkung aufJ Matte, nur wenig glänzende 
Flächen, oft eingerahmt von plastischer Decoration. Je weiter wir uns aber 
der Bllithezeit der französischen Marqueterie nähern, desto mehr tritt die 
glänzend polirte Fläche hervor, die zumeist ein Störenfried für feine 
Decoration ist. Und alsnun gar die gerade Linie auch beim Möbel der ge- 
schweiften Platz machen musste, als die Bouquets und Vögel und sonstigen 
Darstellungen über alle Krümmungen der Möbeloberßäche hinweg sich 
unbarmherzig biegen lassen mussten, da hatte das Glitzern des vielfach 
gebrochenen Lichtes kein Ende. Die Glanzlichter der gekrümmten Flächen 
aber zerstörten jede Zeichnung, wenn sie nicht aus Theilen bestand, die 
immer wiederkehrten, wie etwa bei Seiden- und Sammtstolfen mit fort- 
laufendem Muster, das sich das Auge, auch wenn einzelne Theile durch 
Lichteffecte verschwinden, leicht zu ergänzen im Stande ist. 
Die polirte, vollglänzende Oberfläche war, schon mit Rücksicht 
darauf, dass sie sich leicht reinigen ließ, praktisch für das einfachere und 
auch noch ganz am Platze bei dem nur mäßig mit Einlagen verzierten 
Möbel; aber sie erscheint nicht mehr stilrichtig im Hinblickc auf 
die Anwendung einer reichen, die Flächen überziehenden Decoration, die 
sie zerstört, wenn dieselbe für Unterbrechungen nicht berechnet ist. 
So sehen wir denn aus der Zusammenstellung der markantesten 
Erscheinungen auch auf dem Gebiete der Intarsia, dass die veränderten 
Zeitverhältnisse andere Ansprüche, neue Techniken, neue Verzierungs- 
formen, somit stets eine dem betreffenden Zeitabschnitte eigene Ausdrucks- 
weise geschaffen haben. Aber wir sehen daraus ebenso, dass der soge- 
nannte Stil oder die Ausdrucksweise einer bestimmten Zeit sich nicht 
immer deckt mit den Anforderungen nd es Stils-x als solchem. 
Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit 
demselben verbundenen Institute. 
Auszeichnung. Seine k. u. k. Apostel. Majestät haben mit Aller- 
höchster Entschließung vom 20. April d. J. Allerhöchstihrem außerordent- 
lichen und bevollmächtigten Botschafter in St. Petersburg, Franz Prinzen 
von und zu Liechtenstein, Curator des Oesterr. Museums. taxfrei das 
Großkreuz des Leopold-Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. 
HOILB Besuche. Ihre Majestäten die Königin Wilhelmine der 
Niederlande und Königin-Regentin Emma haben Mittwoch den 12. v. M. 
Nachmittags, geleitet von Dr. Leisching, das Oesterr. Museum besichtigt. 
Donizetti-Ausstellung. In feierlicher Weise hat Samstag den 
15. v. M. Vormittags durch Se. k. u. k. Hoheit den durchlauchtigsten 
Herrn Erzherzog Rainer im Oesterr. Museum die Eröffnung der Doni- 
zetti-Ausstellung, das ist eine Ausstellung der für die Centennarfeier in 
Bergamo bestimmten Objecte österreichischer Provenienz, stattgefunden. 
Zum Empfange des. durchl. Herrn Erzherzogs hatten sich Se. Excelletiz 
der italienische Botschafter Graf Nigra mit dem gesammten Botschaftsa,
	        
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