MAK

Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1897 / 8)

MITTHEILUN GEN 
DES 
l(KLOESTERREK}{PWUSUJMS 
KUNST UND INDUSTRIE. 
Monatschrift für Kunstgewerbe. 
Herausgegeben und redigirt durch die Direcxion des k. k. Oesrerr. Museums. 
lm Commissionsverlag von Czrl Gerold's Sohn in Wien. 
Abonnementspreis per Jahr fl. 4.- 
Nr. 140 (383). WIEN, August 1897. N. F. XII. Jahrg. 
n" e_ 
lnlnlt: Eine ideale Werkslall. Von Prof. Hans Macht. (Schluss) - Angelegenheiten des Oeslerr. Mu- 
 
 
aeum: und der mir demselben verbundenen luuiuue. - Liuemurbericln. - Bibliographie du _ 
Kunslgewerbex. - Nolizen. 
Eine ideale Werkstatt. 
Vortrag, 
gehalten im lt. k. Oesterr. Museum für Kunst und Industrie am n. März t897 
von Professor Hans Macht. 
(Schluss.) 
Der Künstler hat die ihm zu Gebote stehenden reichen physischen 
Darstellungsmittel, seine umfangreiche farbenglühende Palette, nicht 
dazu verwendet, eine hier nicht zu rechtfertigende vage Sinnestäuschung 
anzustreben, nicht den wohlfeilen Ellect eines panoramaähnlich sich ver- 
tiefenden Bildes vor Augen geführt. Er hat der Wand, dem raum- 
abschließenden Elemente, in diesem Falle seine Bedeutung ungeschmälert 
lassen wollen. Ein Werk echt monumentalen Charakters ist hier ge- 
schaffen, kraftvoll in seiner Zeichnung, harmonisch in der Farbenwirkung, 
die frisch und ohne Verkümmerung der vorhandenen Palette entwickelt 
ist. Und nirgends zeigt sich ein Misston. Die von Vielen sonst verab- 
scheute Verwendung metallischen Goldes verschatft dem Gemälde eine 
Fülle zarter Lichter, wie sie in ähnlicher Schönheit auch nicht einmal 
bei den besten alten gewirkten Bildteppichen zu finden sind. Teppich- 
artig wirkt auch das Ganze, doch mit jenen Modiftcationen, die durch 
die specilischen Eigenthümlichkeiten der Technik geboten sind. 
Der Künstler hat die Aufgabe erfüllt, dem Beschauer vor Augen 
zu führen, was die Alltagsnatur nicht bieten kann. Und dennoch haben 
Jahrg. 1897. 30
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.