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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1896 / 12)

Kunst dem Einßusse der Stile der französischen Ludwige und in der Zeit des Empire 
geht die Kunst des Bilderrahmen-Verfertigens vollends klaglich zu Grunde. 
Zumeist dürften die alten Meister die Rahmen zu ihren Bildern selhst gezeichnet 
haben, wie dies der Autor von einigen Werken Giovanni Bellini's urkundlich naehtveist. 
Dass sie die Rahmen wohl auch selbst anfertigten, ist gewiss kein Ding der Unmög- 
lichkeit; die Bilder der Quattrocentisten, der Crivelli, Vivarini etc. zeigen in den Thron- 
sesaeln, Heiligenseheinen, Waffen etc. Vergoldungen in Relief, als Beweis, dass den 
Meistern die Kunst des Vergoldens nicht fremd war. 
Von den meisten der abgebildeten Rahmen sind die zugehörigen Bilder nicht 
mehr erhalten; der Einheit halber wurden darum slmmtliche Rahmen ohne Bilder 
aufgenommen. Der Gesarnmteindruck wäre jedoch günstiger gewesen, wenn wenigstens 
die noch vorhandenen Bilder mit ihren Originalrahmen dargestellt worden waren. Von 
Vortheil für die Ausführung sowohl, als namentlich auch für den Gebrauch an der 
Schule wäre es ferner gewesen, wenn wenigstens von den hervorragenilsten der 
zumeist in kleinem Maßstabe wiedergegebenen Rahmen Details in natürlicher Große bei- 
gegeben worden waren. In dieser Beziehung hatten die Vorbilderhefte des Berliner 
Kunstgewetbe-Museutns als Muster dienen können. H-e. 
I 
An illustrated catalogue of the loan collection of plate exhibited in the 
Fitzwilliam-Museum may t895 by J. E. Foster M. A. and T. D. At- 
kinson. Cambridge, Deighton Beil St Co. and Macmillan 8a Bowos, 
1896. 4.". XVI, 132 S. M. 2810. 
Ein Katalog der kirchlichen Gold- und Silhergefaße der Grafschaft Cambridge, 
' den die Antiquarische Gesellschaft daselbst im Jahre 1893 anlegte, gab die Anregung zu 
einer historischen Ausstellung von Werken der Goldschmiedekunst überhaupt, die sich 
in der Grafschaft noch vorfinden, und der Katalog dieser Ausstellung ist es, den wir 
hier vor uns haben. Die Ausstellung wies 228 Nummern auf, von denen auf Grund der 
Marken, Widmungen und anderer Umstände fest alle genau datirhar waren, so dass man 
den seltenen Anblick einer streng chronologisch geordneten Reihe genoss. Den Haupt- 
stock der Sammlung bildeten die Gefäße der nCollegesu, und unter diesen waren die 
Spenden der Gründer und die Beitrage anderer Personen aus der Zeit der Gründung 
jener Institute die hervorragendsten. Das älteste Stück bildete ein Trinkhorn aus der 
Mitte des 14. Jahrhunderts, das jüngste ein Loffel vom Jahre 1799. Zwischen 1500 und 
1799 gab es nicht ein Decennium, das nicht durch ein oder mehrere Stücke vertreten 
gewesen wäre. Besonders das 17. und 1B. Jahrh. konnte man an vielen Objecten stu- 
direo, während das 16. Jahrh. sich durch besondere Schönheit, durch Reichthum und 
glänzende Ausführung der Arbeiten auszeichnete. 
Für weitere Kreise hat der genau abgefasste, übersichtlich angeordnete und mit 
mehreren Registern versehene Katalog erst in seiner zweiten Auflage durch das Hinzu- 
treten von Abbildungen ganz besonderes Interesse erlangt. Vorzügliche Heliogravuren 
bringen auf 16 Tafeln 43 der schönsten und bedeutendsten Stücke zur Anschauung, wah- 
rend eine Reihe von Zinkographien dem Text Marken und crklarendes Detail hinzufügen. 
Eine Beschreibung auch nur der bedeutendsten Stücke müsste den Rahmen dieser 
Besprechung weit überschreiten. Es genügt, wenn wir sagen, dass sowohl die Arbeiten 
der gothischen wie der Renaissance-Epoche (Kelche, Pokale, Straußeneier, Cocosnuss- 
Becher, Humpen, Schalen, Kannen, Prunkschüsseln, Leuchter und sonstige kirchliche 
und weltliche Gefäße) einen ebenso wichtigen als umfangreichen Beitrag zur Kenntniss 
der englischen Goldschroiedekunst während des angeführten Zeitraumes bilden, und 
dieser Katalog somit eine weit über die Grenzen dcr Ausstellung hinausreichende Be- 
deutung besitzt. _ Fs. 
e 
Catalogue sommaire des monuments exposes dans le musee national de 
l'art arabe, par Max Herz, architecte en chef du comite de conser- 
vation des monuments de l'art arabe. Le Caire, G. Lekegian Gt Co., 
1895. 8". LXV und 187 S., 20 Taf. in Lichtdruck. 
Bekanntlich ist Cairo die einzige Stadt, in der man die altere islamitische Kunst 
an einer großeren Anzahl von Denkmälern studiren kann. Angesichts der fortschreitenden 
Zerstorung und Verschleppung kann man dem Eingreifen einiger Architekten euro- 
päischer Abkunft und Schule nicht genug Dank wissen, die bereits seit dem Jahre 1869 
unablässig bemüht waren, eine Conservirung der noch vorhandenen Denkmäler arabischer 
Kunst von Staatswegen und die Gründung eines ägyptischen Staatsmuseums für die be- 
weglichen Kunstgegenstände dieser Art durchzusetzen. Das größte Verdienst hat sich in
	        

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