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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1896 / 12)

Schaffung eigener Ausstellungssäle endlich erfolgt sein wird, was ia nur 
mehr eine Frage der Zeit ist, Abhilfe schaffen lassen. 
Ein weiterer Umstand, für das Gelingen der Ausstellung von großer 
Bedeutung, ist die Einfügung einer großen Zahl von Arbeiten aus dem 
Hoftiteltaxfonde in die Ausstellung- Mustergiltige Arbeiten hervorzurufen, 
rein in Zeichnung und Form, gediegen in der Technik, edel im ver- 
wendeten Materiale, das ist die Aufgabe des Hoftiteltaxfonds, dessen Sta- 
tuten erst jüngst eine zeitgemäße Abänderung erfahren haben. Man hat 
im Publicum keine Ahnung von Zahl und Art der auf Grund dieser 
wahrhaft wohlthätigen Steuer im Laufe der Zeit geschaffenen Arbeiten. 
Einem Wunsche des verblichenen Obersthofmeisters Prinzen Hohenlohe 
entsprechend, sind diese Arbeiten im Sitzungssaale des Museums aufge- 
stellt; dieser Saal ist aber oft unzugänglich und wird vom Publicum 
überhaupt nur selten betreten, und so ist es gekommen, dass eine Reihe 
hervorragender Prunkstücke dieser Collection im Auslande, z. B. auf den 
Ausstellungen in Chicago und Antwerpen, bewundert wurden, hier aber 
nur Wenigen bekannt sind. Die Weihnachts-Ausstellung enthält nicht alle 
Arbeiten aus dem Hoftiteltaxfonde; sie musste sich auf die Erzeugnisse 
der letzten Jahre beschränken, auch erforderte das Arrangement des 
Säulenhofes, in dem die Ausstellung erfolgte, eine Auswahl. Aber die 
ausgewählten 6o Stücke geben ein deutliches Bild von den Absichten, 
welche mit dieser Hervorhringung verfolgt werden, und sie zeigen, in 
welch' glücklicher Weise durch die Vermittlung des Museums die Künstler, 
welche als Lehrer an der Kunstgewerbeschule wirken, tüchtige Kunst- 
gewerhetreibende durch stilvolle Entwürfe zu wirklich musterhaften, 
glanzvollen Arbeiten veranlassen können. Eine große Zahl der Objecte 
geht auf Entwürfe Storck's zurück, so die in Gold, Email und Perl- 
mutter von G. A. Scheid ausgeführten Schmuckstücke (Brosche, Arm- 
band und Halsschmuck); ferner Brosche und Halsband in Perlmutter 
und vergoldetem Silber von Bacher 8t Sohn; die silberne Schmucltschale 
mit Niello von A. Kleeberg; die Bonhonniere in Silber mit Goldniello 
von C. Lustig; die Wandspiegel in Glas und Goldbronze von Hanusch, 
Bakalowits und Schindler; der Spiegelrahmen in Perlmutter von Furtner. 
Von Beyer, Ribarz und Klotz rührt der auf der Galerie untergebrachte 
Wandschirm her, dessen Gestelle Bildhauer Schindler und Tischler 
Reschenhofer ausgeführt haben. Klotz ist ferner durch seine Statuette 
der Holzplastik, König durch die Gruppe nvgnus Amor Schießen lehrendu, 
Macht durch die in Email auf Kupfer ausgeführte Schreibtischgarnitur, 
Herdtle durch den großen Consoltisch (gearbeitet von Schultz) und eine 
Monstranze und einen Kelch, dessen figurale Füllungen Karger entworfen 
hat (gearbeitet von Brix ä Anders), Beyer durch den von Gassmann in 
geschnittenem Leder ausgeführten Schubladkasten vertreten, während 
Schwanz durch den im Vereine mit Politzer jüngst geschaffenen Tafelaufsatz 
repräsentirr ist. Von den Arbeiten, deren Entwürfe von den ausführenden
	        

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