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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 7, 8, 9 und 10)

schule gepflegt werdenf großzügige Batiks, wie man sie freilich schon vielfach gesehen, 
bunte Stickereien in derben Wollfaden, endlich entzückende Damenkleider in fein zueinander 
gestimmten und anmutig bestickten Seidenstoffen, die jene koketten Modebildchen nun end- 
lich einmal wirklich machen, sie aus dem Schattendasein „bloßer Figurinen" heraushebend. 
Hier scheinen sich nun auch in beruflich-sozialer Hinsicht Wege zu öffnen für viele 
jener Mitläufer - und Mitläuferinnen - der freien expressionistischen Kunst, die wohl 
deren holde Formenreize begreifen konnten, es ihrerseits aber nicht vermögen, genug 
eigene Seele, genug inneren Schwung aufzubringen, um diese persönlichste Leistung, 
weitab von allem Kunstgewerbe, zu vollenden. 
In der xgxx erst gegründeten Essener Schule wird, wie wir sahen, hart gearbeitet: 
Die Leipziger „Bugra" und die Kölner Werkbundausstellung, beide von X914, zeigten die 
ersten reifen Resultate, und wenn auch der Weltkrieg durch die Einberufung der Lehr- 
kräfte diese Heißige Tätigkeit gehemmt hat, so ist der Leiter der Schule Alfred Fischer 
niemals seinem Grundsatz untreu geworden, durch Taten, nicht aber durch über alle Welt 
verstreute Programme w wie sie etwa der Weimarer Walter Gropius mit merkwürdiger 
Rührigkeit herausgibt - das Publikum für seine neue Nutzkunst zu gewinnen. Dessen 
kann auch die Mannheimer Sonderausstellung ein gutes Zeugnis sein. Fritz Hoeber 
IEN. KOMMISSION FÜR DIE ANGELEGENHEITEN DES 
KUNSTGEVVERBES. Der Staatssekretär für Handel und Gewerbe, Industrie 
und Bauten hat den Ministerialrat Dr. Friedrich Rücker zum Vorsitzenden der Kommission 
für die Angelegenheiten des Kunstgewerbes beim Staatsamte für Handel und Gewerbe, 
Industrie und Bauten bestellt und den Sektionsrat Kamillo Pfersmann als Mitglied dieser 
Kommission berufen. 
MITTEILUNGEN AUS DEM ÖSTERREICHI- 
SCHEN MUSEUM so- 
ERSONALNACHRICHTEN. Der Präsident der Nationalversammlung hat am 
30. Juni d. ]. die Vizedirektoren des Österreichischen Museums Regierungsrat Dr. I-Ier- 
mann Trenkwald und Regierungsrat Franz Ritter sowie den Kustos dieser Anstalt Dr. August 
Schestag in die VI. Rangklasse der Staatsbeamten befördert und dem Letztgenannten 
gleichzeitig den Titel eines Regierungsrates mit Nachsicht der Taxe verliehen. - Der 
Präsident der Nationalversammlung hat am 30. April d. J. dem Kanzleiadjunkten im Ruhe- 
stande des Österreichischen Museums Hermann Kammler den Titel eines Hilfsämter- 
direktors verliehen. - Der Staatssekretär für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten 
hat den Kustosadjunkten am Österreichischen Museum Dr. Hans Ankwicz mit Wirksam- 
keit vom 1. Juli l. J. zum Kustos in der VIII. Rangklasse und den Kanzlisten Alexander 
Kostka zum Kanzleioffizial ernannt. 
ÜSSTELLUNG DER ORIENTALISCHEN TEPPICHE AUS EHE- 
MALS KAISERLICHEM BESITZE. Sonntag den 27. Juni wurde im Säulen- 
hofe des Österreichischen Museums die Ausstellung der orientalischen Teppiche aus 
ehemals kaiserliehem Besitze, darunter der berühmte Jagdteppich, eröffnet. Ein vom 
Direktor Hofrat Dr. Leisching eingeleiteter und vom Vizedirektor Dr. Hermann Trenk- 
wald verfaßter illustrierter Katalog (10 Kronen) gelangte gleichzeitig zur Ausgabe. 
USSTELLUNG VON EINFACHEM I-IAUSRAT. Anfangs Oktober wird 
im Österreichischen Museum eine Ausstellung eröffnet, deren Zweck ist, zu zeigen, 
unter welchen Bedingungen der schlichteste, handwerklich gute Hausrat (Möbel für Wohn- 
und Schlafzimmer sowie alle anderen erhältlichen Einrichtungsgegenstände) gegenwärtig
	        

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