MAK

Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1895 / 5)

398 
m? 
der Buchbinder-Dynastie Purgnld-Bauzonnet-Trautz. - Mit dem Aufkommen der 
Plettendrucke zum Decoriren der Einbände beginnt der vollständige Verfall. Es kommt 
die Zeit der gaufrirten Bande, ihr folgt das gothische Genre, gegen das jedoch einsichtige 
Buchbinder bald selbst zu Felde ziehen, womit dem Geschmack der zweiten Halfte des 
Jahrhunderts, der sich vollständig auf historische Basis stellt, Bahn gebrochen wird. - 
Dies ist in Kürze der wesentliche Inhalt des Buches. Nebenher lernen wir ein halbes 
Dutzt-nd minder wichtiger Namen auf dein Gebiete der Buchbindcrei kennen, werden an 
eine Reihe interessanter AuctiunsrErgebnisse erinnert und erhalten eine ausführliche Be- 
schreibung der 45 abgebildeten Bande. 
In mancher Beziehung ist mit dieser Publication der künftigen Forschung glücklich 
vorgt-arbeitet, eine gründliche und erschöpfende Darstellung der Geschichte des Pariser 
Bucheinbandes dieser Epoche ist jedoch, wie bereits angedeutet, damit nicht überflüssig 
gemacht. . F5- 
s 
Typen aus Appeiizell Inner-Rhoden. 24 Studienbliitter von E. Hansen. 
Bcgleit. Text von J. B. Grljittner. Zürich, Orell Füssli. 8". Frcs. 8. 
Diese Sammlung von Cliarakterköpfen aus dem an eigenthümlich ausgepragten 
Volkstypen reichen Landchen am Fuße des Santis bietet nach mehr als einer Ricl-tuiig 
willkommene Anregung. Es sind hauptsächlich ältere männliche Kopfe, die uns der 
Künstler verführt. Sie bilden durch die prägnante Scharfe ihres Gesiclitsausdrucks 
offenbar den interessantesten Theil der Gesellschaft: Der Pfarrer, der Schulmeister, der 
Landammann, dei Schuster, der Cantcnsrichter u. s. w. Runzelige alte Mütterchen, Manner 
in der Vollkraft ihrer Jahre und einige frische junge Mädchen schließen den Kreis dieser 
kernigen Gestalten. - Für uiis ist es hauptsächlich das scharfe Erfassen sprechender 
Charakteristik, die gute graphische Darstellung, sowie manche in costütnlicher Richtung 
bemerkenswerthe Eigenart , was diesen wohlgelungenen zinkographischen Facsimile- 
Drucken ihren Werth verleiht. Fs. 
i 
- -Ueber den Bau der Pflanzenornanientec bringt der XXXI. Jahresbericht 
der n. (i. Landes-Oberrealschule und der mit ihr verbundenen Landes-Handelschule in 
Krems 1894 einen Progranimaufsatz aus der Feder des Professors Adalb. Micholitsch. 
Zur Einführung seines Gegenstandes würdigt der Verfasser zunächst die Bedeutung _des 
Ornamentes im Allgemeinen und erörtert dessen Aufgabe in der decnrativen Kunst. 
Anordnung, Aufbau und Gruppirung der Pllanzcnornamente werden sodann mit beson- 
derer Berücksichtigung der Linienführung. Massenvertheilung und Raumfüllung be- 
sprechen. Fünfundzwanzig in den Text eingedruckte Illustrationen, ungefähr dreimal so 
viele Figuren enthaltend, verdeutlichen die ausgesprochenen Grundsätze. 
3 
Publicationen der mittelschiveizerischen Geographisch-cnmmer- 
ciellen Gesellschaft in Aarau. Diese Gesellschaft, die essich zur Aufgabe ge- 
macht, Kenrtnisse über Land und Leute. Industrie und Kunst fremder Nationen durch 
Sammlungen und Publicationen zu verbreiten, gibt unter dem Titel vKleine Mit- 
theilunge n- eine Zeitschrift heraus, deren reicher Inhalt auch nach kunstgeschicht- 
licher und kunstindustrieller Richtung manches Beachtenswerthe darbietet. So die Artikel 
über die Glasgemalite der ehemaligen Benedictiner-Abtci Muri in der staatlichen Samm- 
lung zu Aarau, über Fenster- und Wappenschenkungen in Aarau, über die im Canton 
Aargau vorhandenen Glasgemalde, über Johannes Brandenburg, den Maler des Rath- 
hauses zu Aarau und Anderes. - Vor wenigen Monaten erschien ferner ein Führer 
durch die ehemalige Cistercienser-Abtei Wettingen von Hans Lehmann mit zehn Ta- 
feln nach photographischen Aufnahmen und mit Abbildungen im Text. - Die Anlage 
einer Reihe werihvoller Sammlungen nach künstlerischer, ethnologischer und commer- 
cieller Richtung gewahren der Gesellschaft auch für ihre fernere erfolgreiche Thatigkeit 
wirksamste Anregung und Unterstützung.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.