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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1893 / 8)

Die Direction des Geimanischen Nationalrnuseums hat den Conferenz- 
saal der Anstalt für die Verhandlungen des Congresses zur Verfügung ge- 
stellt. Außer den Besichtigungen des öffentlichen Kunstbesitzes der Stadt 
Nürnberg soll versucht werden, eine Ausstellung von Kunstwerken aus 
privatem Besitz für die Congresstage zu veranstalten. - Für die drei- 
tägigen Verhandlungen des Congresses ergibt sich als ein Hauptpunkt 
der Tagesordnung die Discussion über die periodische Wiederkehr der 
kunsthistorischen Congresse selbst, sowie die Bestimmung über die Zeit 
und den Ort der zunächst in's Auge zu fassenden Vereinigung. Außer- 
dem sollen Fragen methodologischcr und praktischer Natur zur Erör- 
terung kommen, deren bestimmte Fassung weiteren Ankündigungen vor- 
behalten bleibt. 
Allßßißllllng. ln den Räumen des kgl. Kunstgewerbemuseurns in 
Dresden wurde am 16. v. M. eine Ausstellung von Mustern für Textil- 
industrie, Tapeten und Vorsatzpapiere in Buntdruck eröffnet. Dieselbe 
bleibt bis i6. August täglich dem unentgeltlichen Besuche geöffnet. 
Oongrass für christliche Axohaaologie zu Spalato. Die Gesehaftsfohi-er des 
vorbereitenden Ausschusses, an deren Spitze die Professoren Bulle in Spalatu und 
Dr. W. A. Neumann in Wien stehen, kündigen im Namen und im Auftrage der im Sep- 
tember 1892. zu Spalaio-Salona abgehaltenen Conferenz christlicher Archäologen dem 
interessirten Gelehrtenkreise an, dass sie daran gehen, den ersten allgemeinen Congress 
für christliche Archaeologie im Jahre 1893 nach Spalato-Salona für einen erst zu be- 
stimmenden Termin (wahrscheinlich Anfang September) zu berufen, und bitten alle Ge- 
lehrten, welche den ausführlichen Prospect und das Programm rechtzeitig zu erhalten 
wünschen, um moglichst baldige Zusendung ihrer Adressen, aber auch um gntige Mit- 
iheilung von Adressen jener Fachleute und Freunde ihrer Wissenschaft, von denen 
sie glauben, dass sie von ihnen bei der Aussendung ihrer speciellen Einladungen nicht 
übersehen werden sollen. Diese Adressen, wie etwaige Anregungen und Wunsche, welche 
den Congress betreffen, mögen gefalligst gerichtet werden an: Conservator Fr. Bulie, 
Spalato, Dalmatien. 
Lübecker lnaeum. Das neuerbaute prächtige Museum wurde am t6. Mai d. J. 
durch Senat und Bürgerschaft in feierlicher Weise eingeweiht. Der prasidirende Bürger- 
meister hat das Museum, welches der Staat für seine Rechnung erbaute, der Vorsteher 
schaft der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Thatigkeit übergeben, welche es- 
von nun an verwalten wird. Das Museum, welches in dem Haupt- und zwei Seiten- 
gebauden, in ie drei Stockwerken, die Schätze Lübeckischer Kunst und Lübecltischen 
Alterthums, des Gewerbes und der Naturkunde umschließt, welche an verschiedenen 
Orten verstreut in Lübeck zu finden waren, ist an den Wochentagen gegen ein Eintritts- 
geld, an Sonntagen unentgeltlich den Besuchern geöffnet. 
Ausstellung in Ansslg. Am i9. v. M. wurde die Gewerbeausstellung in Aussig 
eröffnet, die in ihrer Reichhaltigkcit und sachkundi en Zusammenstellung allgemein 
lobende Anerkennung findet. Es haben insgesammt 458 Firmen ausgestellt, deren Ob- 
jecte in tS Gruppen eingetheilt sind. Die Aussteller recruiiren sich aus allen Theilen 
unserer Monarchie und auch solche aus Deutschland sind erschienen. Se. k. u. k. Hoheit 
der durchl. Herr Erzherzog Ferdinand besichtigte am 25. die Ausstellung und sprach 
sich sehr lobend über dieselbe aus. 
Gottfried Sampefs Nachlass. Der sächsischen Regierung ist der größere Theil 
des künstlerischen Nachlasses Gottfried Semper's überwiesen worden. Die Sammlung 
soll in einem besonderen Raum des neuen Dresdener Altademiegebaudes zur Aufstellung 
gelangen. Dieselbe besteht aus izot Blattern in 37 Abtheilungen. Am werthvollsten sind 
darunter die Reiseskizzen und Aufnahmen, die Semper auf Studienreisen nach ltalien und 
Griechenland in den Jahren 183i bis 1833 gemacht und welche ihm seinerzeit die Be- 
rufung nach Dresden auf Vorschlag Schinltefs eintrugen. Ein kleiner Theil dieses Nach- 
lnsscs wurde dem Scmper-Museurri in Zürich übergeben. 
Für die Redncdun verantwortlich: J. Fvlaeub: und F. Rlmr. 
Selhuverlng den k. k. Oeuerr. Mumm: (Tu- Kuult und lndunrie. 
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