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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1892 / 4)

halbes Jahrhundert lang bestanden haben soll, in der reichen einschlägigen 
Litteratur der Schweiz meines Wissens nie erwähnt worden ist. Und 
vom Ende des siebzehnten bis in die Mitte des folgenden Jahrhunderts 
sollten die in Schaffhausen ansässigen Hafner sich der Mundart von der 
holländisch-deutschen Grenze (nicht der deutsch-schweizerischen l) bedient 
und sogar den Namen ihres Wohnortes ins Holländische übersetzt haben? 
- noch dazu unrichtig anstatt Schafhizysen. Ferner tragen von fünf 
auch von Demmin erwähnten Schüsseln im Sigmaringer Museum, auf 
denen in ganz gleicher Weise wie auf der Pariser Leidensstationen dar- 
gestellt und beschrieben sind, vier den Namen gerrit Eevers, vier die 
Jahreszahl 1783 und alle fünf noch zu beiden Seiten der Darstellung die 
Buchstaben GZEIEZEZ Sie werden als Arbeiten aus Gennep ange- 
geben. Ein gleichnamiger Enkel des Fabrikanten zu Schaffhausen müsste 
also in Gennep die Arbeiten seines Großvaters getreulich copirt haben. 
Den Ausweg aus diesen Widersprüchen zeigt Ritters geographisches 
Lexikon. Dort finden wir-ein Dorf Schaephuisen bei Mörs in der 
preußischen Rheinprovinz, eben so nahe an der Grenze auf der einen Seite, 
wie das in der Provinz Limburg gelegene Gennep auf der anderen. Um den 
letzten Zweifel zu beheben, lautet die Bezeichnung der Schüssel im Musee 
Cluny, wie Hr. Maler Ribarz in Paris zu ermitteln die Güte hatte, g 1795. 
Er bemerkt. dass die Ziffer 7 allerdings beschädigt, aber doch ziemlich deute 
lich zu erkennen sei. 
Demnach wird die Fabrik in Schaffhausen, die einem Lesefehler 
ihr Dasein verdankt und von Demmin freigebig ausgestattet worden ist 
(z. B. mit einer großen Ofenkachel nach einer Composition von T. Stimmer) 
wohl zu beseitigen und an ihre Stelle eine zu Gennep in Beziehung 
stehende in Schaephuisen zu setzen sein. Vermuthlich fällt Manches 
in den an Arbeiten von Gennep sehr reichem Sigmaringer Museum dem 
anderen Orte zu, vor Allem die Schüssel Nr. 2:5 mit der Mater dolorosa 
und der Bezeichnung G I E: E: E: B, 
Lessings „Orientalische Teppiche" "). 
Nach einer Pause von vierzehn Jahren hat Julius Lessing wiederum 
das Wort ergriffen, um bei Gelegenheit der Publication eines kleinen 
Theiles des im Berliner Kunstgewerbemuseum aufgehäuften Teppich- 
schatzes uns einige Resultate mitzutheilen, zu denen ihn seine lang- 
jährigen Beobachtungen nuf diesem ebenso rälhselreichen als anziehenden 
Gebiete orientalischen Kunstschaifens geführt haben. Und zwar wurde dem 
') Vorbilderhefte des königl. Kunslgcwerbernuseums zu Berlin. Orientalische 
Teppiche, Text von Julius Lessing. I6 Tafeln in Buntdruck. Berlin, E. Wasmuth 
1891, Fol.
	        

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