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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1892 / 7)

MITTHEILUN GEN 
DES 
K. K. OESTERREICH. MUSEUMS 
FÜR 
KUNST UND INDUSTRIE. 
Monatschrizäwfutruwlgllxylstgewerbe. 
'Herausgegeben und redigirx durch die Direction des, k. k. Oesterr. Museums. 
Im Cnmmissionsverlag von Carl Geroldä Sohn in Wien. 
Abonnementspreis per Jahr H. 4.- 
 
Nr. 79. (322). WIEN, Juli 1892. N. F. VII. Jahrg. 
 
lnhnlt: Friedrich Sturm. Von B. - Die farbigen Kupfentiche des 1B. Jahrhunderts. Von Eduard 
Chrnclarz. - Texüler Hanslleiß in der Bnkowinn. Von Dr. A. Riegl. - Angelegenheiten des 
Oeslerr. Museums und der mit demselben verbundenen lnstixute. - Lilteralurbericht. - Biblio- 
graphie du Knmtgewerben. - Notizen. 
Friedrich Sturm. 
Abermals scheidet einer von den fünf Professoren, die bei Gründung 
der Kunstgewerbesehule vor vierundzwanzig Jahren an diese Anstalt be- 
rufen wurden, aus dem Verbande des Oesterr. Museums. Der Maler 
Friedrich Sturm hat, da ein vor einigen Jahren aufgetretenes Augenleiden 
sich stetig steigerte, dem entschiedenen Gebote seines Arztes folgend, sich 
entschließen müssen, aller künstlerischen Thätigkeit zu entsagen, und da 
hiermit auch seine Lehrthätigkeit aufhören musste, ist ihm durch hohen 
Ministerialerlass vom w. Juni d. J., Z. 11.987, der Uebertritt in den 
dauernden Ruhestand bewilligt worden. 
ln weiteren Kreisen wurde der Künstler zuerst durch seine Arbeiten 
in der Loggia des Opernhauses bekannt. Die Skizzen zu den Frucht- 
gehängen rührten bekanntlich von Schwind her, dessen Wesen kräftige 
Farbenwirkungen so wenig sympathisch waren, dass er seinem Missfallen 
über die von Rahl am Heinrichshofe win die Wand gemalten Löcher: 
sehr entschiedenen Ausdruck gab. Daher war er auch betroffen, an den 
Pfeilern der Loggia die kühlen Aquarellfarbeti seiner Skizzen nicht wieder- 
zufinden; aber die gelassene Antwort Sturm's, er habe nicht gewusst, 
dass für die Fruchtgehänge gesottenes Obst benutzt werden solle, ent- 
waffnete den für Humor zugänglichen Meister, und Beide wurden von, 
da an die besten Freunde. Auch Schwind konnte sich nicht verhehlen, 
dass Sturm gerade den richtigen Weg für solche decorative Malereien, 
Jnhrg. rßgi. 8
	        

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