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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1892 / 10)

werden verdiente, als in der längst entschwundcnen Zeit, in der Theo- 
philus (er will auch hier wieder den Contrast zur Geltung bringen) seine 
bemalten Stühle und Sessel, Betten oder die Bücher der Armen damit 
schmückte. 
Doch nunmehr ist es Zeit geworden, Abschied zu nehmen. Einer 
späteren Zeit mag es vielleicht vorbehalten sein, uns die Gelegenheit zu 
bieten. länger bei dem Meister zu verweilen und mehr über das zu be- 
richten, was er ohne Eigennutz der Nachwelt dargebracht. Sollte es sich 
aber ergeben, dass Einer oder der Andere mit aufmerksam beobachtendem 
Auge und gelehrigem Sinn die Klosterwerkstätte des kunstreichen deut- 
schen Priesters durchforschte, angeregt vielleicht gerade durch die eben 
gegebenen Fingerzeige, so mag er sicher die Ueberzeugung mit sich 
nehmen, dass aus keiner Periode aufrichtiger, wahrer und selbstloser 
Kunst die wohlgerneinten Lehren ihre Kraft verlieren können. 
Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit 
demselben verbundenen Institute. 
Personalnachrioht. Der Vice-Director des k. k. Oesterr. Mu- 
seums, Regierungsrath Bruno Bucher, ist von seiner Urlaubsreise zu- 
rlickgekehrt. 
Geschenke 8.11 das Museum. Die Sammlung von Glasmalereien 
erfuhr eine erwünschte Bereicherung durch die Zuwendung einer Anzahl 
von Bruchstücken durchwegs älterer Erzeugnisse dieses Kunstzweiges. 
Als Zuwachs der Möbelsammlung ist ein Empire-Stuhl mit eingelegter 
Rückenlehne und Polster mit reicher Straminslickerei zu verzeichnen, den 
Frau Charlotle Storck der Anstalt zum Geschenke gemacht hat. Endlich 
wurde auch der Texlilsammlung eine dankenswerthe Ergänzung zu Theil 
durch Ueberweisung einer Anzahl Proben älterer sächsischer Klöppel- 
spitzen von Seite der Frau Dr. Gericke in Dresden. 
Besuch des Museums. Die Sammlungen des Museums wurden im Munat 
September von 5x79, die Bibliothek von nur Penonen besucht. 
Litteratur-Bericht. 
Das Zeichnen und Malen von Pßanzen nach der Natur und die Ver- 
werthung des gewonnenen Grundgedankens zu kunstgewerblichem 
Schmuck. l. Mit 8 zeichnerischen Beilagen auf 7 Tafeln. Gekrönte 
Preisschrift. Von Ferd. Moser. Herausgeg. vom Vereine deutscher 
Zeichenlehrer. Sonderabdruck aus der Zeitschrift deutscher Zeichen- 
lehrer 189:. Stade. gr. 8". 16 S. 
Zwei scharf abgegrenzte Gehiere sind es, auf welchen sich naturgemlß alle prin- 
cipiellen Erörterungen über Zeichenunterricht bewegen können. Der Umstand, dass die 
Wechselbeziehungen dieser beiden Gebiete sich überaus mannigfaltig erweisen; die That- 
sache, dass erst durch eifrige Förderung dieser Wechselbeziehungen das Zeichenfach in 
seiner Ganze zu voller Blüthe und Fruchtbarkeit gebracht werden kann, haben vielfach
	        

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