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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1891 / 7)

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Litteratur-Bericht. 
La Collection Spitzer. Antiquite. Moyen-äge. Renaissance. Tome 2"". 
Fol. 223 S. Text und 45 Tafeln. Paris, Quantin, 189i. M, 250. 
Mit dem Erscheinen dieses zweiten Bandes ist der beste Beweis geliefert, dass 
das großartige Werk fortgesetzt und zu Ende geführt wird, zur Freude aller Kunst- 
freunde und Kunstforscher. Spitzer selbst hat noch testamentarisch für die Fortführung 
Vorsorge getroffen. Die Redaction des Ganzen liegt in den Händen von Emile Molinier, 
während nach wie vor eine Reihe der ersten Archäologen Frankreichs die einzelnen 
Abtheilungen der großartigen Sammlung bearbeiten, und zwar so, dass ieder Ab- 
theilung eine geschichtliche Abhandlung voraufgeschickt ist, worauf der beschreibende 
und im Text reich illustrirte Katalog folgt. Dieser zweite Band ist also dem ersten 
ganz entsprechend. Die Kunstzweige, welche er enthält, sind die folgenden: t. Gemaltes 
Email, bearbeitet von Claudius Popelin; z. Mobel und Holzschnitzereien tvon Edmond 
Bonnalfe; 3. die Fayencen von Saint-Porchsire, ebenfalls von E. Bonnaffe; 4. die Fayencen 
von Bernard Palissy von Emile Molinier; 5. Schlosserarbeiten von Henry (l'Allemagne; 
6. Lederarbeiten von Alfred Darcel. J. v. F. 
a 
Autour des Borgia. Les monuments - les ortraits - Alexandre Vl - 
Cesar - Lucrece. Etudes d'histoire et dart. Par Charles Yriarte. 
Avec 18 planches en couleur, en noir et sur cuivre et x56 illustra- 
tions d'apres les monuments contemporains. 4'. 220 S. Paris, Roth- 
schild, t89t. M. 5o. 
Ein etwas sonderbarer Titel! Er will sagen, dass es sich um alle die konst- 
lerischen und monumentalen Erinnerungen handelt, welche von den drei auf Italiens 
Boden berühmt gewordenen Mitgliedern der spanischen Familie Borgia, von Papst 
Alexander Vl., seinem Sohne Cäsar und seiner Tochter Lucrczia geblieben sind. Das 
Werk bildet eine Ergänzung zu dem alteren Buche desselben Verfassers, der Geschichte 
des Hauses Borgia. Es beginnt mit den Stätten der Erinnerung, zunächst mit den Borgia- 
Gemachcrn im Vatican, und sucht dann jene Orte auf, wo sich insbesondere das Ge- 
schwisterpaar aufgehalten, wo es gewirkt, gelebt, auch wohl gelitten hat. Es ist auf- 
fallend, wie wenig sich erhalten hat, was direct an sie erinnert. Es scheint, als ob, 
zumal in Bezug auf Cäsar Borgia, wie mit Absicht Alles vernichtet worden, was ihr An- 
denken hätte wach erhalten konnen. Dies gilt auch in Bezug auf ihre Porträts. Von Papst 
Alexander existiren wenigstens Medaillen, und auch seine Figur ist in verschiedenen 
Bildwerken aufzufinden; von Cäsar aber ist keine gleichzeitige Abbildung nachzuweisen. 
Was unter seinem Namen gilt, z. B. das berühmte Porträt in der Galerie Borghese, 
wahrscheinlich ein Werk Brunzinds, stimmt nicht nach Zeit und Costürn. Am wahr- 
scheinlichsten gibt seine Züge der Holzschnitt im Werke des Paulus Jovius, der aller- 
dings nicht gleichzeitig ist, aber einem gleichzeitigen Porträt nachgebildet erscheint. 
Auch auf den Namen der Lucrczia sind fälschlich Porträts getauft worden; so ein be- 
kanntes Bild im Palazzo Doria, aber es gibt von ihr echte und gleichzeitige Medaillen, 
und nach diesen weist Yriarte einige Gemälde nach, welche, wenn auch nicht Meister- 
werke der Kunst, doch vollkommen echte und zuverlässige Abbildungen gehen. Ein 
paar derselben, so insbesondere dasjenige im Besitz von M. Guggenheim in Venedig, in 
vortreiflirhem Fsrbendruck cnpirt, zieren unser Werk. Die letzte Abtheilung desselben, 
begleitet mit einer Reihe Abbildungen, beschäftigt sich mit dem unter allen Kunst- 
freunden berühmten Degen ("Asafs (i-la reine des epem), der sich, jetzt im Besitze des 
Herzogs von Sermoneta in Rom befindet. - Das Werk ist, was die Ausstattung betrilt, 
wiederum ein Muster französischer lllustrirkunst und Typographie. J. v. F. 
l 
IIJart decoratif a l'exposition universelle de t88g. Ameublement, tapis- 
serie, bronzes, orfevrerie, ceramique, vitraux etc. etc. 60 planches 
reproduites en Phototypie d'apres les originaux. Paris, A. Calavas, 
1890. Fol. M. 60. 
Es sind durchaus hervorragende Leistungen der Kunstindustrie, welche uns in 
dieser kleinen Sammlung vorgeführt werden; theils zeichnen-sich dieselben durch virtuose 
Ueberwindung technischer Schwierigkeiten aus, theils erwecken sie in künstlerischer Be- 
ziehung ungewohnlicbes Interesse. Am reichsten ist die Gruppe der Tapisserien und der 
Möbel vertreten. Unter den ersteren finden sich die prachtigsten und vornehmsten Re- 
to'
	        

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